Hückelhoven: 2008 Entscheidung für Gesamtschule?
zuletzt aktualisiert: 10.11.2007Hückelhoven (RPO). Der Kreis Heinsberg muss nach Meinung der SPD eine vierte Gesamtschule bekommen – und zwar neben der Wassenberger Betty-Reis-Schule eine zweite im nördlichen Kreisgebiet. Diese schon lange im Raum stehende Forderung ist in den vergangenen Monaten zum öffentlichen Diskussionsthema geworden, nachdem die CDU in Hückelhoven grünes Licht für eine Elternbefragung gegeben hat. Auch bei der Hückelhovener SPD stand das Thema jetzt noch einmal auf der Tagesordnung.
„Die Situation der Gesamtschule im Nordkreis ist so nicht mehr tragbar. Wir müssen jetzt durch politischen Druck und durch Elterninitiativen möglichst schnell einen Weg finden“, sagt Unterbezirksvorsitzender Norbert Spinrath. Die Zahlen belegten dies. Für das laufende Schuljahr seien von 100 Hückelhovener Kindern, die an der Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg angemeldet wurden, nur 31 angenommen worden. Ähnlich hoch waren die Zahlen für Wegberg und Erkelenz.
„Bedarf ist da“
Die Betty-Reis-Gesamtschule kann jährlich 180 Schüler neu aufnehmen, aber seit Jahren seien die Anmeldezahlen doppelt so hoch. „Der Bedarf einer weiteren Gesamtschule ist also ganz eindeutig da, auch wenn die Landesregierung das nicht gerne hört“, sagte Sepp Becker, ehemaliger stellvertretender Leiter der Betty-Reis-Gesamtschule (seit Sommer im Ruhestand) und Mitglied der Wassenberger SPD. Er war als Referent zu dem Thema „Gesamtschule“ eingeladen worden und riet den Hückelhovenern, dass es vor allem die Eltern seien, die Druck erzeugen könnten. Die magische Zahl lautet dabei 112, denn ab 112 Schülern pro Schuljahr sei eine Gesamtschule tragbar. Nach den Eltern müsse man mit den Ratsparteien und den bestehenden Schulen sprechen. „Wichtig ist auch das Mischverhältnis, denn eine Gesamtschule braucht je ein drittel von schwachen, mittel und sehr guten Schülern“, sagte Becker.
Spinrath hofft, dass im Laufe des nächsten Jahres eine Entscheidung gefällt wird. „In Hückelhoven sind wir schon sehr weit, sowohl im Rat, als auch mit den Schulen“, sagte er. Wichtig sei jetzt, einen Standort zu finden, der für die drei Städte Wegberg, Erkelenz und Hückelhoven gut gelegen ist. Eine gemeinsame Trägerschaft sei wünschenswert.
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