Hückelhoven: Abt Arnoldus auf der Spur
VON WILLI SPICHARTZ - zuletzt aktualisiert: 01.09.2010Hückelhoven (RPO). In einer dunklen Seitenkapelle des Mönchengladbacher Vitus-Münsters sieht man die Grabplatte des Arnoldus von Hückelhoven. Die Geschichte derer von Hückelhoven reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück.
Literatur Leo Gillessen: Zur älteren Geschichte eines Industrieorts" (Heimatkalender des Kreises) Heinsberg 2006. Dr. Ernst Brasse: Die Geschichte der Stadt und Abtei Gladbach, 1922 (Stadtarchiv Mönchengladbach).
Führungen Vereinbarung übers Pfarrbüro unter Tel. 02161 462330.
Gibt es einen geheimnisvolleren Ort als eine Basilika, die fast 1000 Jahre eine gewisse Dunkelheit trägt, die Ehrfurcht auch über geringe Lichtstärke gebieten sollte? Das Mönchengladbacher Münster ist ein derartiger Ort, und in einer dunklen Seitenkapelle steht eine Grabplatte des Abts Arnold von Hückelhoven.
Arnold von Hückelhoven ist nicht der einzige Abt, der im Münster begraben liegt, denn dieses wuchtige Gotteshaus auf dem markanten Hügel ist die Kirche des Benediktinerklosters seit etwa 970, als der Kölner Erzbischof Gero die Mönchsgemeinschaft dort gründete. Wenn auch in weiten Teilen der mehrschiffigen Vitus-Basilika ein geheimnisvolles Halbdunkel herrscht, lüftet Helmut Jansen die Geheimnisse bei einer Führung, die er ehrenamtlich in der täglich ab 10 Uhr geöffneten Kirche anbieten.
Platte im 19. Jahrhundert gehoben
Am westlichen Beginn des nördlichen Seitenschiffs weist Helmut Jansen auf eine dunkle, fast drei Meter hohe Grabplatte aus Granit, die Abt Arnoldus in Lebensgröße von etwa 1,70 Meter zeigt, umrandet von Symbolen und Sprüchen, die allerdings kaum noch zu entziffern sind. Denn die Grabplatte ist beim Umbau im 19. Jahrhundert aus der Horizontalen in die Vertikale gewechselt, bis dahin lag sie begehbar im Boden. Und das seit 1619, dem Todesjahr des seit 1601 amtierenden Abteichefs derer von Hückelhoven.
Im 13. Jahrhundert wird erstmals ein Sibertus von Hückelhoven genannt, die Ortsnamen-Endung "–hoven" deutet auf eine karolingische Ortsgründung im 8./9. Jahrhundert hin, wie der ehemalige Leiter des Kreismuseums, Leo Gillessen, schreibt. 1470 wird Ludwig Mulstroe mit der Burg Hückelhoven belehnt, die von Hückelhoven waren in ihrem namensgebenden Ort demnach wohl ausgestorben. Lebten aber in Jülich weiter, Abt Arnold war 1568 in Jülich geboren. Der Herzog von Jülich war der Landesherr an der Rur, womöglich waren Teile der Familie an den Regierungssitz gewechselt.
Um 1500 starb ein weiterer Kanoniker mit dem Namen von Hückelhoven – Gottschalk, herzoglicher Kaplan und Dechant des Stifts Nideggen. Arnold galt als Wissenschaftler und geschickter Lenker der Abtei. Mit theologischen Kenntnissen und großer List verteidigte er das Haupt des heiligen Laurentius als Reliquie, das der spanische König Philipp II., Landesherr der Niederlande, haben wollte.
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