Wegberg: "Ärm Säck wie us Stadt"
VON IRIS BARTH - zuletzt aktualisiert: 21.02.2012Wegberg (RP). Beim Wegberger Rosenmontagszug brachten die Jecken eine gehörige Portion Lokalkolorit ins Spiel. Inspiriert wurden sie vom erfolgreichen Winterzauber und der brisanten Haushaltslage der Stadt. Mehr als 900 Zugteilnehmer schlängelten sich durch die Innenstadt.
Die Wegberger Jecken ließen es beim Rosenmontagszug so richtig krachen. Unter dem Motto "Et is wi et is, et kütt wii et kütt, mer fiere öüverall, met ruet on jröön der schönste Karneval" feierten sie in der Innenstadt mit Prinz Frank II. und Steffi I. (Ehepaar Kessel).
Tausende säumten den Weg, als sich der farbenfrohe Lindwurm durch die Innenstadt schlängelte. Bunte Wagen aus vielen Stadtteilen bestimmten das Bild des Rosenmontagszugs. Dazu sorgten farbenprächtige Fußgruppen für Stimmung. Die frostigen Temperaturen der vergangenen Wochen und der erfolgreiche Wegberger Winterzauber hatten die Narren offensichtlich inspiriert: Mehrere Gruppen holten die Eiszeit zurück nach Wegberg. Die Gerderather Eskimos ließen die Jecken unter dem Motto "Die Dollen rutschen von den Schollen" das eiskalte Wasser testen.
Fakten zum Zug
Teilnehmer Mehr als 900 Teilnehmer.
Rhythmus Der Rosenmontagszug findet in Wegberg in zweijährigem Rhythmus und in Absprache mit dem Prinzen statt.
Ausklang Nach dem Rosenmontagszug wird im Forum Wegberg und den umliegenden Kneipen weitergefeiert.
Gruppen Die Karnevalsgesellschaft Flöck op Wegberg und die Dorfgemeinschaft Hei on Klei stellten etliche Gruppen im Zug.
Kinderprinzenpaar aus Klinkum
Die Klinkumer Mitglieder der Karnevalsgesellschaft "Sonn Männ" präsentierten sich mit mehr als 140 Aktiven als Schneemänner mit dem Kinderprinzenpaar Beni I. und Alina I. Mit fünf Wagen waren die Merbecker nach Wegberg gereist. Hetzerath und Niederkrüchten wollten mit ihrem Wagen Zwerge für Schneewittchen anwerben, einzige Bedingung: "Ü25". Auch die Stadtverwaltung bekam ihr Fett weg. So spielten zwei Gruppen auf die finanziell brisante Haushaltslage der Stadt an. "Uns steht das Wasser bis zum Hals" – und plädierten für die Umbenennung in "Wechberg". Die Rickelrather Jecken liefen getreu dem Motto "Ärm Säck wie us Stadt" im Sackkostüm. Flagge setzten die Berker Piraten mit ihrem tollen Holz-Piratenschiff. Am Mast wehte die Gladbacher Fahne als Flagge.
Aus einem Land vor unserer Zeit präsentierte sich der Alex Club. Der Harbecker Heimatverein nahm die Sendung "Bauer sucht Frau" aufs Korn. Über die offene See waren die Iren angereist, um einmal Irre zu sein. Sie verteilten Pralinen unters singende und tanzende Narrenvolk. Ein echter Blickfang fürs Auge waren die Schmetterlinge in ihren schillernden, regenbogenfarbigen Kostümen sowie die Dorfjugend Hei on Klei als Sahnetörtchen mit rot-grünem Dekor.
Aus den Niederlanden nahm die Truppe "Mit veul Gelök" teil, die zweimal 11 Jahre alt wurde. Jubiläen feierten die Bäckereien Hofmann mit 105 Jahren und die Metzgerei Kohlen, die es seit 111 Jahren gibt.
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