Hückelhoven: „Jeder kann sich etwas zutrauen“
zuletzt aktualisiert: 23.06.2008Hückelhoven (RPO). Interview mit Liedermacher Rolf Zuckowski, einer der Autoren des Musicals.
Wie bewerten Sie die Aufführung durch 100 Frauen?
Zuckowski Ich bewundere den Mut und das Stehvermögen dieser Frauen. Die Aufführung war Top 100. Ich habe den kleinen Tag schon auf Eis, in Afrika und in Guatemala gesehen, aber das habe ich noch nicht erlebt.
Hatten Sie den Eindruck, dass die 100 Unternehmerinnen persönlich etwas von dem Stück mitnehmen?
Zuckowski Unbedingt. Denn die Botschaft des Stücks ist ja gerade, sich etwas zuzutrauen, und das haben die Frauen gemacht. Am meisten beeindruckt hat mich die Szene, wie 100 Frauen leise nach vorn ins Licht kommen, das hatte fast etwas Heiliges. Die haben gemerkt: „Das bin ja ich.“
Das Stück wird von sehr vielen Amateurgruppen, aber auch von Profis aufgeführt. Wo ordnen Sie die Aufführung heute vom professionellen Standpunkt ein?
Zuckowski Die Aufführung hat mir gezeigt, dass man seine Maßstäbe täglich überprüfen muss. Nicht mit einem Leistungsdenken rangehen. Ich war bei einer Aufführung eines Kindergartens in Guatemala dabei. Die Leiterin hat mir deutlich gemacht: Wenn wir hier mit einem Leistungsdenken wie in den USA und Europa ans Leben gehen würden, immer mehr, immer schneller, immer weiter, gingen wir unter.
100 Unternehmerinnen haben ein Kinderstück aufgeführt?
Zuckowski Gerade diese Aufführung hat mir wieder gezeigt, dass es ein Stück für alle Menschen ist, ein Menschenstück. Denn der zweite Aspekt der Botschaft ist: Jeder kann etwas aus seinem Leben machen. Da spielt das Alter keine Rolle.
Treten Sie selbst schon mal im Stück auf?
Zuckowski Das geht wegen meiner eigenen Engagements ganz selten. Dann bin ich der Erzähler, das Licht. Man muss als Darsteller mit den anderen proben, das geht bei mir nicht oft. Ich werde übrigens immer öfter zu Konzerten meiner Musikstücke durch andere Interpreten oder Musikgruppen eingeladen, quasi als Ehrengast. Dann sing‘ ich zwei Stücke mit; das ist eine neue und schöne Erfahrung für mich.
Willi Spichartz führte das Gespräch.
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