Wegberg: Borussen-Stars hautnah
VON JESSICA BALLEER - zuletzt aktualisiert: 06.12.2011Wegberg (RP). Die Gladbacher Fußballprofis Dante und Arango waren die Stars bei der Weihnachtsfeier des Fanclubs Blaue Welle Heinsberg. Das Projekt für Menschen mit und ohne Behinderung ist bundesweit das einzige seiner Art.
Die Weihnachtsfeier des integrativen Borussia Mönchengladbach-Fanclubs "Blaue Welle Heinsberg" in Wegberg-Moorshoven stand unter dem Zeichen "Gemeinsam feiern für die Borussia". Bekannte Stadionlieder aus dem Borussia-Park und die Vereinshymne sorgten für eine tolle Atmosphäre und gute Stimmung unter den Clubmitgliedern.
Das 2008 gegründete, integrative Fan-Projekt für Menschen mit und ohne Behinderung ist bundesweit das erste und einzige seiner Art. "Wir haben uns in Deutschland schon einen Namen gemacht, Freundschaften und Kontakte geknüpft", sagt Jürgen Bock, Vorsitzender des Vereins. An prominentem Besuch mangelte es bei der Veranstaltung nicht: Wolfgang "Otto" Kleff, der frühere Nationalspieler und Torwart der Borussia, nahm eine zweistündige Autofahrt in Kauf, um der "Blauen Welle" – und damit seinem langjährigen Freund Jürgen Bock – einen Besuch abzustatten. "Jürgen und ich kennen uns seit über 60 Jahren. Wenn er mich ruft, dann komme ich", verriet Kleff nach seiner Ankunft.
Ehrenamtler gesucht
Freizeit Der Borussen-Fanclub der besonderen Art sucht nach ehrenamtlichen Helfern, um den Menschen mit und ohne Behinderung auch in Zukunft die Teilnahme an Freizeitmaßnahmen zu ermöglichen.
Borussia Das Engagement in der "Blauen Welle" beinhaltet den Besuch von zwölf Heim- und zwei Auswärtsspielen der Borussia pro Bundesliga-Saison.
Dante kam auf eigenen Wunsch
Um 12.55 Uhr hatte dann auch endlich das Warten auf Abwehrspieler Dante und seinen Teamkollegen Juan Arango ein Ende. Neben dem tosenden Applaus und der Gladbach-Hymne wurden die Profis mit einer Begrüßungsrede des Clubmitglieds Markus Claßen (16) empfangen. Dante hatte den größten Fanclub im Umkreis von Mönchengladbach bereits zwei Jahre zuvor besucht, und kam nun auf eigenen Wunsch ein weiteres Mal. Erneut wurde aus dem angekündigten "Kurzbesuch" der Weihnachtsfeier ein ausgedehnter Brunch mit den Fans. Die beiden Gladbacher hatten stapelweise Autogrammkarten im Gepäck, von denen am Ende nur noch wenige übrigblieben. Neben dem Fußball und den Besuchen von Heim- und Auswärtsspielen sieht Vereinsvorsitzender Bock noch eine viel wichtigere Intention in diesem Projekt: "Es geht nicht nur um die Borussia, sondern um die Inklusion von Menschen mit Behinderung in unsere Gemeinschaft. Wir wollen das Leben dieser Menschen bereichern."
Seit der Gründung im Jahr 2008 konnte der Fanclub einen stetigen Zuwachs an Mitgliedern verzeichnen: "Wir liegen nun bei 110 Mitgliedern", sagt Schriftführerin Brigitte Küppers. Das Projekt, das zunächst durch eine Anschubfinanzierung des Landschaftsverbands Rheinland gefördert wurde, muss sich nun selbst tragen. "Für die Unterstützung durch die Lebenshilfe Heinsberg sind wir sehr dankbar", so die Schriftführerin weiter. Zuzüglich zu den 110 Mitgliedern helfen auch freiwillige Helfer mit, um die Stadionbesuche zu ermöglichen. "Die Sponsoren und Ehrenamtler sind das A und O in unserem Verein. Ohne sie, könnten wir wohl nicht bestehen", sagte Küppers.
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