Hückelhoven: Bützchen-Spaß vertreibt Frost
VON DANIELA GIESS - zuletzt aktualisiert: 15.02.2010Hückelhoven (RPO). Vom Schneewetter ließen sich die Narren aus Ratheim beim Tulpensonntagszug den Spaß nicht verderben. Sie tanzten sich warm und nahmen mit Sprüchen wie "Ab in die Eiszeit" die Wetterkapriolen aufs Korn.
Puuh, war das kalt: Bei Dauer-Schneefall und frostigen Temperaturen zogen gestern rund 1000 Karnevalsjecke durch Ratheims Straßen. Vom erneuten Wintereinbruch ließen sie sich die Stimmung nicht verderben. "Wir hatten vor Jahren sogar mal minus 17 Grad", erinnerte sich Käthi Wagner, die Anfang der achtziger Jahre mit Ehemann Siegfried als Ratheimer Narrenherrscherpaar im Einsatz war.
Drei Tonnen Kamelle geladen
Zugleiter Peter Moll setzte den Tulpensonntagszug pünktlich um 13.11 Uhr in Bewegung. Für die RKG "All onger eene Hoot" begrüßte die stellvertretende Präsidentin Dagmar Fister die Fußgruppen und Jecken auf den Wagen mit dem Schlachtruf der grün-weißen Traditionsgesellschaft, einem dreifachen "All onger eene Hoot".
Ratheims Zug
Teilnehmer Rund 60 Gruppen bildeten den närrischen Lindwurm in Ratheim. Als lebende Gummibärchen, Wickie-Figuren und Schlaraffenland-Bewohner sorgten sie für Aufsehen.
Zuglänge circa zwei Kilometer
Zugstrecke etwa 3,5 Kilometer
Zugsicherheit 50 Ehrenamtler des Technischen Hilfswerks und 20 Kräfte der Funkbereitschaft Hückelhoven unter der Leitung von Horst Lenz waren dienstbereit.
Motto "Wir sind, wie wir sind, jeck überall, besonders im Ratheimer Karneval".
Mit Regenhauben versuchten Seine Tollität Karl-Heinz und Ihre Lieblichkeit Ulrike (Ehepaar Turowski), sich auf ihrem luftigen Podest auf dem Prinzenwagen einigermaßen gegen die Wetter-Kapriolen zu schützen. Sie hatten ordentlich aufgeladen – fast drei Tonnen Kamelle, Teddybären, Kopfkissenbezüge, Schokolade und, und, und.
Eine Absage in letzter Minute ging bei Zugleiter Moll für die angemeldeten drei Pferde ein, die die Wenkhusaren aus Anlass ihres elfjährigen Bestehens geordert hatten. Bei Minustemperaturen blieben die Tiere lieber im warmen Stall. Groß war der Wenk-Tross trotzdem. Kinderprinz Enrico Mevissen und sein Prinzesschen Saskia Botzet hatten sichtlich Spaß. Ihr Wenk-Narrenschiff wurde gesteuert von "Koake-Dei"-Vereinswirt Hardy Schäfer.
Asterix und Obelix (Fußgruppe Anja Cleven aus Oberbruch) hielten sich mit ihrem hochprozentigen Zaubertrank warm, die Krasse Herde entführte diesmal als Pinguine an den Südpol. "Heute sind wir sorgenlos, wir bützen wie die Eskimos" verkündeten Guido Hausding und seine Truppe unter dem Motto "Ab in die Eiszeit". Ganz schön giftig: die lustigen Fliegenpilze aus dem Kegelclub "Eene is keene".
Ins Ratheimer Moulin Rouge bat Theos Club. Die Herren mit Zylinder, die Damen in langen Abendkleidern – richtig elegant. Die Wagenbaugruppe "Ronk öm d'r Maat" als Robin Hood hatte den RKG-Vorsitzenden Arnold "Nölles" Nießen an Bord. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Peijer Doosvlägels aus Echt/NL, der Ratheimer Musikverein St. Josef und das Wassenberger Trommlercorps. Piraten, Hippies und Römer machten Ratheim unsicher.
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