Wegberg: Darum höre ich bei den Höhnern auf
VON MARKUS PEGGEN - zuletzt aktualisiert: 05.12.2007Wegberg (RPO). Nach acht Jahren nimmt der Wegberger Ralf Rudnik Abschied von der kölschen Erfolgsband. Da war kein Platz mehr für etwas anderes, sagt der Musiker. Jetzt plant er einen Neustart mit einer neuen Band und einem eigenen Album.
Es ist die Sensation zum Abschluss eines super-erfolgreichen Jahres: Musiker Ralf „Ralle“ Rudnik steigt bei der Kölschen Kultband „Höhner“ aus. Schon am kommenden Sonntag wird der Gitarrist in Duisburg zum letzten Mal für die Höhner auf der Bühne stehen. „Die Balance hat einfach nicht mehr gestimmt, in den ersten Jahren war noch Zeit für Freizeit oder auch andere Musik, das ging zuletzt einfach nicht mehr, da war kein Platz mehr für etwas anderes. Dann gehst du an deine Reserve und die ist irgendwann auch aufgebraucht“, sagt Ralle im Gespräch mit der Rheinischen Post über die Gründe seines Ausstieges.
Kollegen informiert
Schon seit September sind die Kollegen informiert, bis jetzt haben aber alle geschwiegen: „Ich habe ihnen immer gesagt, dass ich das nicht ewig machen möchte, ich kann viel mehr als nur Gitarre spielen, immer nur Einheitskost ist auf Dauer schlecht.“ Schon seit einigen Monaten trägt sich Rudnik mit dem Gedanken, das erfolgreichste Exportgut kölscher Lebensart zu verlassen. „Stop at the top“ – höre auf, wenn du ganz oben ist, ganz nach diesem Motto handelt er jetzt. Denn die Höhner sind zur Zeit richtig weit oben: nach dem Superhit „Viva Colonia“ und der Hymne zur Handball-Weltmeisterschaft.
Musiker-Leben
Ralle Rudnik wurde am 12. August 1959 in Duisburg geboren lebt mit seiner Claudia in Wegberg. Nach einem Ausflug ins Studium der Anglistik und BWL 1982 war er Mitglied der „Young Ones“, der „RTL 12 Uhr Mittags-Band“ und Begleitband zahlreicher Stars wie Howard Carpendale oder Roland Kaiser. 1984 Mitbegründer von „Montevideo“. 1995 als Ersatz eingesprungen bei der „Trude Herr“-Show, seit 1996 Studiomusiker bei den Höhnern, seit Ende 1999 festes Bandmitglied.
Die Höhner schwimmen auf einer unglaublichen Erfolgswelle, eilen von TV-Auftritt zu TV-Auftritt und meistern dazu rund 200 Bühnen-Termine. „Vor 15 Jahren hätte ich für all diese Dinge mein rechtes Bein gegeben“, sagt Rudnik, „aber ich möchte noch mal meine Träume verwirklichen.“ Getreu eines Titels des aktuellen Albums: „Spar ding Dräum nit op für Morje“ bedeutet das nun: Neustart mit einer neuen Band und einem eigenen Album: „Das wird auf jeden Fall internationale Musik, die sehr rheinisch und kölsch klingen wird.“
Außerdem will der 48-Jährige wieder mehr als Produzent und Songschreiber in seinem Wegberger Studio arbeiten, bastelt zur Zeit unter anderem mit den Klosterthalern und Ireen Sheer an deren neuen Werken. „Dazu kommt dann ja auch noch meine eigene CD, die soll im Mai oder Juni fertig sein.“
Ralles Höhner-Kollegen Henning Krautmacher, Peter Werner, Janus Frölich, Hannes Schöner und Jens Streifling bedauern dessen Entschluss: „Wir wünschen ihm in aller Freundschaft viel Glück für seine Zukunftspläne. Er wird weiterhin als Teil des Kreativteams mit uns zusammenarbeiten.“
Der Nachfolger für Ralle steht auch schon bereit: Es ist der 53-Jährige John Parsons, der schon 1994 bei den Höhnern für das Album „Wartesaal“ mitspielte. Kurioser Weise genau der Musiker, der 1995 kurzfristig ausfiel und von Ralle ersetzt wurde, was Rudnik den Durchbruch in der kölschen Musikszene brachte.
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