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Hückelhoven: Die Bahn in Baal – trostlos

VON STEFAN CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 02.02.2009

Hückelhoven (RPO). Für das Jahr 2003 war der Umbau des Baaler Bahnhofs angekündigt. Daraus wurde bis heute nichts. Den Fahrgästen bietet sich ein trostloses Bild – wenn sie denn den Bahnsteig erreichen können: Ein Aufzug für Behinderte fehlt.

Der Bahnhof in Baal.  Foto: RPO
Der Bahnhof in Baal. Foto: RPO

"Überall sind Alterserscheinungen und defekte Stellen zu erkennen. Der untere Eingangsbereich sowie die Treppen sind übersät mit Müll jeder Art, die Wände total verschmiert, die Sitzgelegenheiten zum Teil demoliert und die Parkplätze verdreckt." So schildert der Baaler Gerd Birth in einem Brief an Bürgermeister Bernd Jansen den Zustand des örtlichen Bahnhofs – und spricht damit eine nicht enden wollende Geschichte an: Seit vielen Jahren versuchen Verwaltung und Politik, die Umgestaltung und Modernisierung des Bahnhofs aufs richtige Gleis zu bringen. Ziele sind dabei der Bau eines neuen Mittelbahnsteigs, ein behindertengerechter Zugang durch einen Aufzug und eine neue Treppenanlage.

2003 schien eine Lösung nahe

Nach vielen Gesprächen und Verhandlungen mit ständig wechselnden Bahn-Partnern schien im Jahr 2003 der Knoten durchschlagen zu sein. Die Bahn hatte den Baubeginn für Januar 2003 angekündigt, die Fertigstellung für Oktober. Im Nachhinein stellte sich aber heraus, dass es keinen genehmigten Vorstandsbeschluss der Bahn gab, wofür der Bahn-Eigenanteil in Höhe von 400 000 Euro verantwortlich gemacht wurde. Kostenminderung war angesagt, doch auch in diesem Fall wurde ein Beginn der Arbeiten weder für 2004 noch für 2005 in Aussicht gestellt.

Info

Verstärkte Kontrollen

Reaktion: Bürgermeister Bernd Jansen hat unmittelbar auf das Schreiben des Baalers Gerd Birth geantwortet. Er teilt die Meinung, dass sich der Bahnhof in einem erschreckenden Zustand befindet.

Der nächste Schritt: Weiter weist Jansen auf den anstehenden Gesprächstermin hin und auf die seit über zehn Jahren laufenden Bemühungen der Stadt um eine Renovierung, bei denen die Deutsche Bahn immer wieder neue Probleme aufgeworfen habe.

Ab sofort: Obwohl das Gelände der Bahn gehört, soll der städtische Ordnungsdienst dort verstärkt kontrollieren.

Stadt wollte Aufzug bezahlen

Damit endlich etwas geschieht, war die Stadt bereit, weitere Kosten zu übernehmen. So beschloss der Rat im Jahr 2006 einstimmig, dass sich die Stadt bereit erklärt, neben den Kosten für den Aufzugbau auch dessen Folgekosten zu übernehmen. Ob dies aber zu einem erfolgreichen Vertragsabschluss führen würde, bieb damals schon nach Meinung vom damaligen Baudezernenten Helmut Holländer weiter offen.

Man werde zwar mit diesem Angebot in die Vertragsverhandlungen gehen, aber ob am Schluss tatsächlich eine Unterschrift steht, wagte er zu bezweifeln. "Da bin ich mir nicht sicher", sagte Holländer und bremste allzu optimistische Erwartungen, dass nach vielen Jahren hier ein Durchbruch erzielt werden könne. Zu häufig habe die Bahn bereits ihre Meinung geändert.

Holländer sollte Recht behalten. Bis heute hat sich die Bahn nicht zu einem Vertrag durchringen können, wie Bürgermeister Bernd Jansen auf Anfrage sagte. Der jüngste Stand der Verhandlungen sei, dass die Bahn von der Stadt nicht nur die von ihr zugesagte Übernahme der Folgekosten für den Aufzug, sondern für den kompletten Umbau des Bahnhofes auf Jahre hinaus übernehmen soll.

Weitere Gespräche in Sicht

Derzeit sei die Verwaltung um einen weiteren Gesprächstermin mit der Bahn bemüht. Dabei soll nochmals die Dringlichkeit des Umbaus herausgestellt werden.

Quelle: RP

 
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