Wegberg: Die Welt im Kleinen
VON CARSTEN PREIS - zuletzt aktualisiert: 27.11.2008Wegberg (RPO). Am Wochenende öffnet in der Grundschule Rath-Anhoven eine Modellbahnausstellung. Eine AG um Fritz Wendt baut dafür Landschaften, Städte und natürlich Schienen auf. Wenn die Loks losfahren, ist Konzentration gefragt.
Traditionell am ersten Adventswochenende findet in der Rath-Anhovener Gemeinschaftsgrundschule eine Veranstaltung statt, die besonders die Herzen kleiner und großer Männer höher schlagen lässt – die Ausstellung der Modelleisenbahn AG der Schule. Auf Holzkästen sind das Gleissystem und die Landschaften mit Bahnhöfen, Almhütten, Industriegebieten, Spielplätzen und einer Ortschaft fest verbaut. Die Kästen lassen sich untereinander austauschen, so dass immer wieder neue Strecken entstehen.
Damit alles reibungslos funktioniert, bauen sechs Schüler und AG-Leiter Fritz Wendt in mühevoller Kleinarbeit die Anlage an den Nachmittagen dieser Woche zusammen. „Das macht einfach Spaß“, meinen alle einmütig. Auch wenn es noch viel zu erledigen gebe. In der ersten Etage der Schule herrscht deshalb emsiges Treiben. „Wir müssen lose Bäume auffüllen und festkleben“, berichtet der zehnjährige Lukas Schüller. Ein Fall für die Heißklebepistole. Außerdem sollen die Schienen und Landschaften abgesaugt und gereinigt werden. „Abschmirgeln müssen wir die Schienen auch, damit die Züge schön laufen“, sagt Niklas Ransone und zeigt auf viele kleine Streifen Sandpapier. Auch den Kies auf den Landschaften füllen die Kinder nach, das könne man an einigen Stellen schon sehen, sagt er. „Das soll alles von der richtigen Seite gut aussehen“, ergänzt Hendrik Jansen, ebenfalls neun Jahre alt. „Die Anlage funktioniert in reiner Handarbeit“, erklärt der ehemalige Schulleiter Wendt, „nichts Digitales.“ Das heißt, die vielen kleinen Anlagenbetreiber müssen sich gut absprechen, wenn die Züge über die Strecke fahren. Acht Loks der Schule werden am Wochenende mit dem Fuhrpark der Schüler und Wendts komplettiert. Ehemalige steuern noch Busse und Autos bei.
Ausstellung
Wann? Samstag, 29. November, 14 bis 18 Uhr, und Sonntag, 30. November, 11 bis 18 Uhr
Wo? Grundschule, Rochusstraße 24
Was? Insgesamt 43,2 Meter soll die kleine Trasse lang werden, die sich aus 32 Holzkästen zusammensetzt.
1991 habe er mit „dem Blödsinn“ angefangen, sagt Wendt scherzhaft. Seit dem sei die Anlage kontinuierlich gewachsen. Auch heute bekomme er immer wieder Schienen und Ähnliches geschenkt. Die Arbeit, die darin stecke sei nicht zu unterschätzen. Mehrerer Schülergenerationen haben sich etwa bei den Gebäuden verwirklicht. „Die haben die Schüler alle selbst aus Baukästen gebastelt“, berichtet Wendt ein wenig stolz.
Mehr als sechs Schüler gleichzeitig sollen es in der AG jedoch nicht sein, sagt Wendt. Man müsse so viel zeigen und erklären, das ließe sich sonst nicht umsetzen. Wie jedes Jahr wird der Förderverein der Schule am Wochenende wieder für die Verpflegung sorgen. Je nach Wetter wird auch Glühwein ausgeschenkt.
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