Hückelhoven: DSDS: Plüschis Familie im Ausnahmezustand
VON THOMAS MEINDERS - zuletzt aktualisiert: 25.02.2010 - 15:05Die Familie von Superstar-Kandidat Marcel Pluschke gibt sich alle Mühe, dass ihr Leben normal weiterläuft. Doch die plötzliche Popularität des Erstgeborenen hat auch für die Eltern viele - teils kuriose - Folgen.
Es klingelt an der Tür. Draußen steht ein Mann mittleren Alters. "Ich würde gerne mit Ihrem Sohn ein Duett im Country singen", bekundet der Unbekannte. Uwe Pluschke muss schmunzeln. Die Tage, an denen ihn solche Wünsche überrascht hätten, sind vorbei.
Denn seit kurzem klingelt es häufig bei den Pluschkes. Das Telefon steht selten still. Grund dafür ist der Erstgeborene. Der 19-jährige Marcel ist inzwischen eine kleine Berühmtheit. Bei "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) hat er sich ins Rampenlicht gesungen. Und damit nicht nur seine - sondern auch die Welt seiner Familie fürs erste auf den Kopf gestellt.
Kürzlich meldete sich eine alte Bekannte beim Familienvater. Sie war früher mit Marcels Großeltern zum Camping gefahren. Irgendwann Ende der Siebziger hatte sich der Kontakt verlaufen - lange vor Marcels Geburt. Doch nun - 30 Jahre später - sitzt diese Bekannte mit Uwe Pluschke im Wohnzimmer und die beiden schwelgen in Erinnerungen. "Das ist ein super Gefühl", freut sich der 44-Jährige.
Es ist ein anderes Leben, dass die Pluschkes momentan führen. Abseits des Alltags. Und trotzdem achten sie darauf, dass es nicht Überhand gewinnt. Uwe Pluschke fährt jeden Tag zur Arbeit nach Hückelhoven-Baal, wo er in der Gummiindustrie arbeitet. Auch Ehefrau Karin zieht es beruflich täglich nach Baal. Sie arbeitet in dem selben Betrieb, in dem auch Marcel seine Ausbildung macht. André - der kleine Bruder - geht noch zur Schule.
Alles ganz normal also. Bis sie nach Hause kommen. Dann ist das Thema DSDS allgegenwärtig. Marcels Eltern bedrucken jetzt Fan-T-Shirts. Die Presse ruft an - über die erschienenen Artikel verliert die Familie allmählich den Überblick. "Das Bild hab ich ja noch gar nicht gesehen. Sie erleben eine Premiere", sagt Pluschke senior verwundert beim Blick in die Zeitung.
Bilder sind zwar nicht das einzige, was die Familie des gebürtigen Erkelenzers momentan von ihrem Sprössling hat. Doch der Kontakt hält sich in Grenzen. "Wir möchten ihn nicht stören", betont der Vater. "Marcel ruft an, wenn er Zeit hat." Sehen können sich Eltern und Sohn nur Samstags - für ungefähr eineinhalb Stunden. In der Zeit bringen die Eltern Marcel nach seinen Auftritten in sein vorübergehendes Zuhause, in dem er mit den anderen Kandidaten wohnt.
Und wenn Marcel - genannt Plüschi - am Samstag Zuschauer und Jury erneut überzeugt, wird es wohl auch noch eine Zeit lang so weitergehen. Die Popularität nimmt von Woche zu Woche garantiert nicht ab - und vermutlich auch nicht die Zahl der kuriosen Besucher an der Haustür der Pluschkes.
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