Wegberg: Edles Antlitz für tristen Stahl
VON CARSTEN PREIS - zuletzt aktualisiert: 25.09.2008Wegberg (RPO). Was haben das Kreuz des Aachener Doms und die Himmelstreppe in Millich gemein? Beide Objekte wurden in der Verzinkerei März für die nächsten Jahrzehnte wetterfest gemacht. Qualität ist für das Wegberger Familienunternehmen oberstes Gebot.
Wer schon einmal das Logo der Edith-Stein-Realschule in Wegberg betrachtet, das Kreuz des Aachener Doms aus der Nähe gesehen oder auf der Himmelstreppe in Millich gestanden hat, wird sie wahrscheinlich nicht erkannt haben: die subtile Arbeit der Firma März aus dem Wegberger Stadtteil Berg. Dank dieser sind besagte Objekte und eine Vielzahl anderer auf etwa 40 Jahre hinaus wetterfest. Denn Korrosionsschutz durch Verzinken und Pulverbeschichten ist März’ Handwerk.
Im Säurebad
Im Schmelzbecken des Betriebes bilden 200 Tonnen flüssiges Zink einen kleinen, über 420 Grad heißen, See. Die Flüssigkeit ist so dicht, dass ein Pflasterstein darauf schwimmt, wie Styropor auf Wasser. Vor dem Verzinken müssen die Gegenstände in Säurebädern vorbehandelt werden. Klar, dass jeder Arbeiter genau wissen muss, was er tut. „Man soll Respekt, aber keine Angst haben“, sagt Valentin März junior, Leiter des Familienunternehmens bei einem Rundgang mit den Mitgliedern des Unternehmerstammtischs. Die Sicherheit der Mitarbeiter stehe deshalb immer im Vordergrund. Feine Stäube, die bei der Produktion entstehen, werden durch ein starkes Abluft- und Filtersystem von den Arbeitern weggeleitet. Vor dem Eintauchen der zu verzinkenden Gerätschaften wird peinlich genau auf genug Bohrungen geachtet, durch die das flüssige Metall in die Gegenstände eindringen kann. Luftdichte Hohlräume könnten bei diesen Temperaturen den Gegenstand aufplatzen lassen, eine Gefahr für die Arbeiter.
Seit 1950 gibt es das Unternehmen schon, das von Valentin März senior gegründet wurde. In Wegberg-Berg ist es seit 1963 angesiedelt und kontinuierlich gewachsen. 70 Personen arbeiten inzwischen für den Betrieb, der seine Kundschaft vor allem in den Schlossereien und Metallbauern im Umkreis hat, aber auch größere Firmen, wie neuerdings etwa Autohersteller Mazda mit veredelten Teilen beliefert. Dies liegt nicht zuletzt an der im Jahre 2000 in Betrieb genommenen Pulverbeschichtungsanlage, die ständig weiterentwickelt wird und als eine der modernsten für Stückgut in Deutschland gilt.
Firmeneigenes Labor
„Wir dachten, wir müssen unbedingt etwas mit Farben machen“, sagt März zu der Erweiterung. Wichtig dabei sei ihm vorrangig immer die Qualität und nicht der möglichst günstige Preis, sagt März weiter. Deshalb hat der Betrieb auch ein kleines Labor, in dem durch umfangreiche Tests die Haltbarkeit des Korrosionsschutzes immer wieder überprüft wird. Reklamationen seien seitdem auf ein Minimum zurückgegangen, sagt März.
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