Hückelhoven: Eltern: Gesamtschule denkbar
VON ANKE BACKHAUS - zuletzt aktualisiert: 29.09.2010Hückelhoven (RPO). In der Sitzung des Schulausschusses wurde klar: Die Stadt Hückelhoven möchte schon zum Schuljahresbeginn 2011/2012 eine Gesamtschule einrichten. Ein Fachbüro aus Bonn legte Prognosen vor.
Mit Hochdruck verfolgt die Stadt Hückelhoven das Ziel, zum Schuljahresbeginn 2011/2012 eine Gesamtschule im Stadtgebiet einzurichten. Wenn alle politischen Gremien zustimmen, wird spätestens Mitte November der Antrag bei der Bezirksregierung Köln eingereicht werden.
Das wurde in der Sitzung des Schulausschusses deutlich. Auch die Eltern von 391 Viertklässlern waren dazu befragt worden, die Stadt erhielt 233 Fragebögen zurück. Demnach können sich die Eltern von 108 Viertklässlern eine Gesamtschullaufbahn für ihr Kind vorstellen, die Eltern von 59 Kindern waren unentschlossen.
Zu Gast im Schulausschuss war Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung und Region aus Bonn. Seine Prognose im sogenannten anlassbezogenen Schulentwicklungsplan: Hückelhoven bietet einen guten Standort, um eine Gesamtschule – die dann vierte im Kreis Heinsberg – einzurichten, auch wenn er die Stadt wegen der Abwanderung vieler Hückelhovener Schüler in Nachbarstädte als bildungsbezogen noch defensiv bezeichnete.
Seiner Prognose nach werden die Hauptschulen die Verlierer sein; in sechs bis sieben Jahren sieht er nur noch Erkelenz als Hauptschulstandort an. Auch die Realschulen in der Region werden bei den Schülerzahlen einbüßen (bis auf Erkelenz). Dadurch, so Krämer-Mandeau, ergebe sich viel Schulraum, so dass sich das Schulzentrum in Ratheim als Standort der Gesamtschule eignen würde. Der Experte rechnet mit 112 Schülern, die pro Jahr an der Gesamtschule aufgenommen werden, die Unterstufe sieht der Bonner künftig vierzügig (also vier Klassen pro Jahrgang) und die Oberstufe dreizügig.
Dazu empfiehlt Krämer-Mandeau die Einrichtung einer Integrationsklasse: "Das Lernen voneinander bietet zusätzliche Chancen."
Damit einhergehend erläuterte Erster Beigeordneter Helmut Holländer, dass die Förderschule durch das vom Ministerium genehmigte Projekt Kompetenzzentrum eine Lehrerstelle erhalten hat, mit drei weiteren rechnet die Stadt. Das Ziel ist, Schüler schon während der Grundschulzeit zu befähigen, eine Regelschule zu besuchen. Bereits heute existiert so an der Hauptschule "In der Schlee" eine sozialpädagogische Fördergruppe.
Dem geplanten Runden Tisch zur Schulentwicklung auf Kreisebene sieht Hückelhoven entspannt entgegen. Die Verwaltung betonte nochmals, mit der Gesamtschule nicht vorgeprescht zu sein.
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