Wegberg: Fabry kommt wieder
VON MICHAEL HECKERS - zuletzt aktualisiert: 19.02.2009Wegberg (RPO). Rudolf Fabry bleibt Technischer Beigeordneter in Wegberg. Die CDU wollte seine Stelle ausschreiben. Doch der Antrag kam erst gar nicht zur Abstimmung. Eine derbe Schlappe für die CDU und Bürgermeisterkandidat Pillich.
So nervös hatte man Rudolf Fabry noch nicht gesehen. Unsicher blickte der Technische Beigeordnete in die Runde, als er nach der geheimen Abstimmung über seine Wiederwahl in den Sitzungssaal des Rathauses zurückkehrte. Der Bauingenieur kannte das Ergebnis noch nicht. Als einziger.
Bis 2017 gewählt
Erst als Beifall aufkam, wich seine angespannte Miene einem erleichterten Lächeln. "Ich bedanke mich für Ihr Vertrauen", sagte er. Dann blickte der 54-Jährige erneut in die Runde, auch in Richtung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Reinhold Pillich. "Ich nehme die Wahl an", sagte Fabry.
Rudolf Fabry (54)
1976-1979 Konstruktionsingenieur FH Aachen
1979-1983 Staatliches Amt für Wasser und Abfallwesen Aachen
1983-1988 Sachbearbeiter Stadtentwässerung Stadt Wegberg
1988-2001 Leiter Tiefbauamt Stadt Wegberg
seit 1. Juli 2001 Technischer Beigeordneter Stadt Wegberg
Der Rat bestätigte Wegbergs Technischen Beigeordneten am Dienstagabend mit einem denkbar knappen Ergebnis im Amt. Das war alles andere als selbstverständlich. Denn nach einem CDU-Antrag galt Fabrys berufliche Zukunft in Wegberg zuletzt als hochgradig gefährdet. Der Antrag sah vor, die Stelle des Beigeordneten öffentlich auszuschreiben. Darüber sollte in der Ratssitzung abgestimmt werden, nachdem die Ratsleute den Verwaltungsvorschlag – eben Fabrys Wiederwahl – abgelehnt hatten.
Dies wurde verhindert durch eine herbe Abstimmungniederlage der CDU, die mit 20 Sitzen die absolute Mehrheit im Rat hält, und deren Bürgermeisterkandidaten Reinhold Pillich: 18 Ratsleute stimmten für Fabrys Wiederwahl, 17 dagegen, zwei enthielten sich. Also stimmte bei Fabrys Wiederwahl mindestens ein Abgeordneter der CDU gegen den von Pillich unterzeichneten Antrag aus der eigenen Fraktion.
Sachliche Kritik an der Arbeit Fabrys war zuvor nicht laut geworden. Selbst die Grünen – ansonsten stets zur Stelle, wenn es um Kritik an der Wegberger Stadtverwaltungsspitze geht – ergriffen Partei für Fabry: "Wir sind mit ihm zufrieden, er hat für alle ein offenes Ohr. Die Grünen unterstützen seine Wiederwahl", sagte Markus Groß. Vor der von der SPD beantragten geheimen Abstimmung wiederholte Pillich die Gründe für den CDU-Antrag: Seine Fraktion setze auf Qualität und wolle den Markt sondieren. Der Antrag sei ausdrücklich nicht als Abwahlantrag zu verstehen. "Möglicherweise gibt es aber Bewerber, die vielleicht besser sind", sagte er.
Fabry hatte 2001 als Leiter des Tiefbauamts ein Beamtenverhältnis auf Lebenszeit aufgegeben, um auf Wunsch des Rates für das Amt des Technischen Beigeordneten zu kandidieren. Nach seiner Wiederwahl verabschiedete sich Rudolf Fabry am späten Dienstagabend spürbar erleichtert aus dem Wegberger Rathaus – für drei Wochen, so lange hat er nun Urlaub, bevor er am 2. März wiederkommt. Wohin die Reise gehe, wurde er noch gefragt. "Erstmal ganz weit weg", sagte Fabry.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



