Hückelhoven: Fassungslosigkeit nach Bluttat
zuletzt aktualisiert: 27.03.2008Hückelhoven (RPO). Mit Fassungslosigkeit reagiert Irene Schlawin auf die Bluttat von Schaufenberg, bei der vier Jugendliche einen 54-Jährigen getötet haben sollen. Als Jugendpfarrerin ist die evangelische Geistliche auch für Schaufenberg und Millich zuständig. „Mir fehlen immer noch die Worte“, sagt sie.
Mit Michaela Frentzen-Millhofer, die die evangelische Jugendeinrichtung „Refugio“ leitet, steht sie in engem Kontakt. Schlawin meint, dass es viele Freizeitangebote für Jugendliche aus Schaufenberg und Millich gibt, die auf gute Resonanz stoßen. Etwa 30 bis 40 Kinder und Jugendliche besuchen das Schaufenberger „Refugio“ an einem Öffnungstag. „Wenn es nach uns ginge, würden wir das Angebot gerne ausdehnen und verbessern“, sagt Schlawin. Mit der Stadt Hückelhoven liefen bereits Gespräche. Denn: „Der Bedarf ist auf jeden Fall da.“ Ob die vier Tatverdächtigen Jungen und Mädchen im Alter von 14, 15 und 16 Jahren das „Refugio“ besuchten, weiß sie nicht, da deren Identität bislang nicht bekannt sei.
In der Hückelhovener Stadtverwaltung zeigt man sich auch Tage nach dem Verbrechen tief betroffen: „Ich war erschüttert, der Mann ist genauso alt wie ich“, sagt Erster Beigeordneter Helmut Holländer, der derzeit die Verwaltung leitet. „Und genauso wie er bin auch ich am Gründonnerstag zu dem Grab meines Vaters gegangen, wie das an diesem Tag so üblich ist. Und dann habe ich mir vorgestellt, du kommst einfach nicht mehr zurück,“ schildert der Linderner seine Gefühle. Ganz besonders erschüttert ihn das Alter der mutmaßlichen Täter. Es sei unfassbar, und „wenn ich an den Glauben denke, frage ich mich, wieso lässt der Liebe Gott das zu?“
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