Hückelhoven: Freunde durch die Kohle
zuletzt aktualisiert: 05.05.2007Hückelhoven (RPO). Mitte Mai feiert die Stadt Hückelhoven die 20-jährige Partnerschaft mit der Stadt Breteuil in der Normandie. Diese hat ihren Ursprung im Kohleexport von Sophia-Jacoba, der nach Frankreich florierte, weil dort Hausbrandkohle einen Markt hatte. Denn der westliche Nachbar war aus der Steinkohleförderung ausgestiegen. In dieses Vakuum stieß Sophia-Jacoba mit ihrer SJ-Handelsgesellschaft (SJH).
Trinkfestigkeit getestet
Zur Kundenpflege wurden die französischen Kohlenhändler nach Hückelhoven eingeladen und herzhaft bewirtet. Auch bei den Gegeneinladungen u.a. in Breteuil kam es zu legendären Trinkfestigkeits-Tests, wo der langjährige Bürgermeister der Stadt am Fluss Iton, Maurice Duchossoy, Mitglied des normannischen Kohlenhändlerverbands war. Und den hatten die bestandenen Testreihen so begeistert, dass er sofort eine Partnerschaft mit Hückelhoven wollte. Im Rathaus an der Rur hielt man sich zunächst sehr zurück. Doch der alte Fuchs Duchossoy spannte die SJH-„Vereinsmenschen“ Helmut Bartels, Heinz Gillessen und Willi Schorn in seinem Sinn ein. Und so überzeugte man mit zahlreichen weiteren Tests über Sportbegegnungen, Kunstkontakte, Landwirts- und Feuerwehrbesuche auch den im Auftrag von Rat und Verwaltung skeptischen Bürgermeister Paul Ginnuttis sen.
Letzteren und die anderen Hückelhovener übermannte die Gastfreundschaft der Normannen bei einem Besuch 1986, bei dem er eigentlich mitteilen sollte, dass eine Partnerschaft nicht zustande kommen könnte, derart, dass er sich in seiner Festrede verbeugte: „Wir setzen einen Punkt auf das i und schließen eine offizielle Partnerschaft.“ Die wurde am 10. Oktober 1987 in Hückelhovener vollzogen. Getragen wird die Partnerschaft von den Freundschaftsvereinen in Hückelhoven und Breteuil, die sich 1986 gegründet hatten.
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