Hückelhoven: Friedhofsmord: Hohe Strafen gefordert
zuletzt aktualisiert: 26.01.2009 - 17:17Für den Mord an einem Friedhofsbesucher in Hückelhoven sollen vier Jugendliche lange Gefängnisstrafen antreten. Staatsanwältin Carola Guddat geht von gemeinschaftlichem Mord aus: Sie beantragte am Montag für den 16-jährigen Hauptangeklagten eine Jugendstrafe von neun Jahren und acht Monaten.
Ein 16-jähriges Mädchen soll neun Jahre, der 15-jährige Bruder des Hauptangeklagten acht Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Ein weiteres 16-jähriges Mädchen soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft in einer Psychiatrie untergebracht werden.
Laut Anklage erstachen die vier Jugendlichen den 54-jährigen Mann im vergangenen März auf einem Friedhofsparkplatz kaltblütig, um an dessen Auto zu kommen. Der Hauptangeklagte soll dem Mann mit einem 20 Zentimeter langen Messer mehrfach in den Rücken gestochen haben und von dem Schwerverletzten Handy und Autoschlüssel gefordert haben. Zusammen mit seinen mutmaßlichen Komplizen machte sich der 16-Jährige anschließend auf den Weg nach Paris. Der Friedhofsbesucher verblutete auf dem Parkplatz.
Der Verteidiger des 16-jährigen Hauptangeklagten forderte vor dem Landgericht Mönchengladbach eine angemessene Jugendstrafe für seinen Mandanten. Die Anwälte der übrigen Angeklagten erklärten, ihre Mandanten hätten mit dem Mord nichts zu tun und könnten nur wegen schwerer räuberischer Erpressung belangt werden. Die Verteidiger der beiden Mädchen beantragten ein Jugendstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werde soll. Den Minderjährigen drohen im Höchstfall bis zu zehn Jahre Haft.
Die Gruppe war schon einen Tag nach der Tat, am 21. März, von der Polizei in Paris festgenommen worden. Ziel der zum Teil langjährigen Heimkinder war es der Anklage zufolge, ein neues Leben in Spanien zu beginnen. Der 16-Jährige hatte unmittelbar danach ein Geständnis abgelegt.
Das Urteil in der nichtöffentlichen Sitzung soll am Dienstagnachmittag verkündet werden.
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