Hückelhoven: Geldautomaten manipuliert
VON STEFAN CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 06.06.2008Hückelhoven (RPO). In Hückelhoven und Hilfarth spionierten Betrüger die EC-Kartendaten und Geheimnummern von Kunden aus, die Geldautomaten benutzten. Der Schaden beträgt rund 15 000 Euro, Wachsamkeit verhinderte größere Verluste.
Mit einer High-Tech-Ausrüstung haben Betrüger versucht, Kunden der Volksbank Erkelenz-Hückelhoven-Wegberg um ihr Geld zu bringen. Die Täter manipulierten Geldautomaten in den Geschäfstellen Hückelhoven und Hilfarth, um die Daten von EC-Karten auszulesen und die Geheimnummern (Pin) der Kunden auszuspionieren. In einigen Fällen hatten sie Erfolg. Der Aufmerksamkeit von Kunden und Mitarbeitern sowie der eingesetzten Überwachungstechnik ist es zu verdanken, dass weitere Versuche fehlschlugen, sagte gestern Vorstandsvorsitzender Dr. Veit Luxem. Der Schaden sei so auf rund 15 000 Euro begrenzt worden. Für die betroffenen Kunden hat Luxem die gute Nachricht, dass sie ihren Verlust ersetzt bekommen.
Karte sperren lassen
Sobald Anlass zu der Vermutungbesteht, einen manipulierten Geldausgabeautomaten benutzt zu haben, so rät der Vorstandsvorsitzende der Volksbank, sollte die EC-Karte über die Notfallnummer 116 116 oder über das Kundenservice-Center der Volksbank gesperrt werden. Dessen Rufnummer ist die 02431-9500.
Lesegerät und Kamera
Die Täter gingen hochprofessionell vor, so berichtet Luxem, als sie im April und Mai die Geldautomaten am Eingabeschacht manipulierten: Hier brachten sie ein illegales Datenlesegerät an, in Fachkreisen „Skimmer“ genannt. Damit gelangten sie an die Daten, die auf einer EC-Karte gespeichert sind. Was jetzt noch fehlte, war die Geheimzahl. Um diese auszuspionieren, brachten die Täter eine kleine Kamera an, die das Tastenfeld filmte.
Der nächste Schritt ist in der Regel die Übertragung aller Daten per Funk an die Betrüger, die sich meist mit einem Laptop in der Nähe aufhalten. Jetzt sind die Täter im Besitz der Kartendaten und der dazugehörigen Geheimzahlen. Diese Daten werden meist nach Ost- oder Südeuropa übermittelt und dort die Fälschungen hergestellt. Mit diesen Doubletten ziehen die Täter das Geld. Im jetzigen Fall geschah dies in Italien. „Ost- und Südeuropa sind meist die Tatorte, weil dort die Automaten bei der Echtheitsprüfung der Karten nicht den hohen Standard haben wie in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern“, erklärte Luxem.