Hückelhoven: Glitzernde Kostbarkeiten
VON DANIELA GIESS - zuletzt aktualisiert: 19.11.2007Hückelhoven (RPO). Die zwölfte Auflage der Mineralienbörse lockte viele Besucher nach Hückelhoven. 43 Händler aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden stellten geheimnisvoll schimmernde Bergkristalle, Achate und Amethysten aus.
Auf Tevita Malolo, den Sekretär des Ministeriums für Land, Vermessung und Naturhilfsquellen der Republik Tonga, ist Hans-Peter Rademachers nicht gut zu sprechen. Zweimal schon hat der passionierte Sand-Sammler aus Selfkant den Regierungsvertreter des Südsee-Staates angeschrieben – mit der ungewöhnlichen Bitte, ihm eine Sand-Probe zu schicken. Eine Antwort hat der 66-jährige Rentner bis heute nicht erhalten.
2512 Sand-Proben gesammelt
„Sogar Gutscheine für das Rückporto habe ich beigelegt“, ärgert sich Rademachers. Entmutigen lässt er sich davon nicht. Er sammelt eifrig weiter, insgesamt 2512 Sand-Proben hat er schon. 40 davon zeigte er bei der zwölften Auflage der Mineralienbörse in der Mehrzweckhalle. Seinen kostbarsten Schatz lässt Rademachers nicht eine Sekunde aus den Augen. Feiner Mond-Staub, 0,3 Gramm, steckt in seiner linken Hosentasche. Stolz holt der Selfkänter die weiße Filmdose aus Plastik hervor, in der sich das seltene Exponat befindet.
Jugendarbeit
Die Mineralien- und Bergbaufreunde freuen sich über einen zusätzlichen Raum in der ehemaligen Ludovicischule, der zurzeit hergerichtet wird. Wie Vorsitzender Matthias Schmitz berichtete, soll auf 33 Quadratmetern vornehmlich Jugendarbeit betrieben werden, insbesondere Steine schleifen und polieren sowie mikroskopieren.
Von einem anderen Sammler hat er es vor einigen Jahren bekommen. Aus dem Braunkohle-Tagebau Garzweiler I, aus Fuerteventura, Oberstdorf, Görlitz, Mexiko, Saudi-Arabien, Hawaii oder Hückelhoven stammen die Sand-Proben, deren Farbspektrum von Schneeweiß über Gelb und Rötlich-Orange bis zu dunklen Tönen reicht.
Matthias Schmitz, Vorsitzender und „Museumsdirektor“ der Mineralien- und Bergbaufreunde, die die Börse veranstalten, freut sich über die große Resonanz der Besucher und Aussteller. „43 Händler, das ist Rekord“, sagt er. Aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien sind Interessenten gekommen, 163 laufende Meter Ausstellungsfläche sind belegt. Feilschen lohnt sich: „Hier ist immer was zu drehen.“
Willi Schmidts Stand ist dicht umlagert. Der Goldschmied aus Idar-Oberstein legt jedes Jahr 250 Kilometer zurück, um seine schönsten Stücke bei der Hückelhovener Börse zu präsentieren. Ein strahlend blauer Tansanit aus Tansania an einem 18-Karat-Weißgoldring kostet schlappe 14 000 Euro. „Zurzeit gibt es in Tansania keine Rohsteine mehr. Deshalb ist der Ring so teuer“, sagt Schmidt.
Aber auch mit einem weniger gut gefüllten Portemonnaie lassen sich bei der Mineralienbörse Geschäfte machen. Schon für ein paar Euro sind glitzernde Bergkristalle, Achate, Amethysten, Rosenquarz, Türkis und Co. zu haben. Gemälde mit echten Mineralien und Fossilien stammen aus dem Dürener Kunstatelier von Helga Liebau, die bereits zum fünften Mal dabei ist.
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