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Hückelhoven: Harte Zeiten für Gastronomen

VON STEFAN CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 29.10.2008

Hückelhoven (RPO). Hohe Energiekosten, die für den Verbraucher das Geld knapper werden lassen, machen der Gastronomie das Leben schwer. Hotelier Jürgen Windelen kritisiert, das trotzdem Vereinsheime bezuschusst werden sollen.

Der Gast ist König, doch die Könige sind rarer geworden. Die hohen Kosten für Öl, Gas und Benzin machen sich in der Haushaltskasse bemerkbar. So muss mancher auf den Restaurantbesuch verzichten, sagt Jürgen Windelen, Inhaber des Hückelhovener Hotels am Park, in dessen Raucherbereich hier die Gäste bedient werden.  Foto: RPO
Der Gast ist König, doch die Könige sind rarer geworden. Die hohen Kosten für Öl, Gas und Benzin machen sich in der Haushaltskasse bemerkbar. So muss mancher auf den Restaurantbesuch verzichten, sagt Jürgen Windelen, Inhaber des Hückelhovener Hotels am Park, in dessen Raucherbereich hier die Gäste bedient werden. Foto: RPO

Ein neues Projekt, das im Stadtrat als Bürger- oder Dorfgemeinschaftshaus angedacht sei, hatte Bürgermeister Bernd Jansen den Mitgliedern der Ratheimer Ortsvereine vorgestellt. Dr. Adolf Spiess von Büllesheim wolle der Stadt Hückelhoven ein rund 1500 Quadratmeter großes Grundstück am Adolfosee anbieten, direkt neben dem Gelände des Angelvereins. Darauf könne ein großes Blockhaus errichtet werden, in dem künftig bis zu 150 Personen feiern könnten. Städtische und Landeszuschüsse wurden ebenfalls in Aussicht gestellt – und genau das stößt bei Jürgen Windelen, Inhaber des Hückelhovener Hotels am Park und im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband für Hückelhoven zuständig, auf völliges Unverständnis.

Info

Seit zehn Jahren

Das Hückelhovener Hotel am Park gibt es seit zehn Jahren. Jürgen Windelen beschäftigt derzeit zwölf fest angestellte Mitarbeiter. Eine Kraft übernahm er jetzt von einem Kollegen, der sie nicht mehr bezahlen konnte.

Der Umsatzrückgang in der Gastronomie sei vor allem beim á la carte-Geschäft zu spüren und betrage hier schätzungsweise zehn bis 15 Prozent. Dagegen liefen Familienfeierlichkeiten relativ gut – noch.

Leben und leben lassen

Der ohnehin kränkelnden Gastronomie werde damit das Leben noch schwerer gemacht, nachdem Rauchverbot und die schlichte Tatsache, dass die Leute wegen der hohen Energiekosten „einfach weniger Geld in der Tasche haben“, zu schmerzhaften Umsatzrückgängen geführt hätten.

Windelen betonte das gute Verhältnis zu den Vereinen, so bewirte man die Mehrzweckhalle in Ratheim oder auch die Hückelhovener Aula. Leben und leben lassen sei hier die Devise. Aber immer mehr rücke der Bau von Vereins- und Sportlerheimen in den Vordergrund, die Gastronomie spiele lediglich noch die zweite Rolle.

Dabei sei es den Vereinen unbenommen, mit eigenen Mitteln ein Heim zu bauen, doch dass es dafür öffentliche Gelder gibt, ist für ihn nicht mehr nachvollziehbar, sagt Windelen. Auch vor dem Hintergrund, dass an anderer Stelle, wo die Gastronomie gestärkt würde, kein Geld vorhanden sei. So bemühe man sich mit dem Heinsberger Tourist Service, den Radtourismus zu stärken. Dafür sei die Wiederherstellung der beschädigten und abgebauten Rurbrücke dringend nötig. Hier aber heiße es, dass die Stadt dafür frühestens in zwei bis drei Jahren Geld erhalten könnte.

„Ich will nicht auf Vereine oder Bürgermeister rumhacken“, sagt Windelen, aber auch in Ratheim biete die Gastronomie Möglichkeiten zu feiern. Im Gegensatz zur „Schwarzgastronomie“ schaffe sie Arbeitsplätze und zahle Gewerbesteuer. Er möchte lediglich anregen, einmal darüber nachzudenken, ob man die Gastronomie durch den Einsatz öffentlicher Gelder noch mehr beutelt. Dies müsse seiner Meinung nach nicht „unbedingt noch gefördert werden“. Windelen unterstreicht diese Haltung mit der Situation der örtlichen Gastronomie in Hückelhoven: Hier gebe es keinen Italiener mehr, keinen Türken, keinen Griechen, „die haben mittlerweile alle ,wegen Reichtum’ geschlossen. Eigentlich müsste mein Laden deshalb jeden Abend brechend voll sein, ist er aber nicht.“

Quelle: RP

 
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