Hückelhoven: Heimatkunde beim Aufstieg
VON CARSTEN PREIS - zuletzt aktualisiert: 12.06.2008Hückelhoven (RPO). Ein Erdkundeprojekt der Klasse 5b der Hauptschule In der Schlee bescherte der Himmelstreppe Infotafeln, an denen sich Spaziergänger über Geschichte und Hintergründe des Bergbaus in Hückelhoven informieren können.
Dass es an der Himmelstreppe auf der Millicher Halde steil nach oben geht, dürfte RP-Lesern bekannt sein. Was für eine sportliche Herausforderung sie für ungeübte Wanderer ist, zeigt sich immer wieder an hochroten Gesichtern der Treppensteiger. Neu ist, dass der geneigte Wanderer nun auch einmal verweilen kann, ohne gleich für unsportlich gehalten zu werden. Ein Erdkundeprojekt der Klasse 5b der Hauptschule In der Schlee bescherte der Himmelstreppe acht Infotafeln, an denen sich Spaziergänger über Geschichte und Hintergründe des Bergbaus rund um Hückelhoven informieren können.
Umfangreiche Nachforschungen
Weitere Projekte
Erst kürzlich wurden Himmelstreppe und Millicher Halde durch Lichtsäulen aufgewertet, die die Treppe in grünlichen Schein tauchen. Damit ist sie auch für Wanderungen im Zwielicht attraktiv. Weitere Projekte wie ein Info-Pavillon sind geplant. Die Schüler der 5b steuern eine weitere Idee bei: Wie wäre es mit einer Wasserbahn?
Morgens wurden die Tafeln vom städtischen Bauhof aufgestellt, am Nachmittag von den Schülern feierlich an Bürgermeister Bernd Jansen übergeben. Die Nachforschungen der Schüler waren umfangreich. So gibt es Erläuterungen dazu, wie Kohle in Jahrmillionen entsteht und einen Rückblick auf die Anfänge der Zeche Sophia-Jacoba. Hier gehen die jungen Forscher auch auf die Legende ein, wie die besondere Qualität der Hückelhovener Kohle entdeckt worden sein soll. Auch der Alltag eines Bergmannes und seine Schutzkleidung werden besprochen.
Auf Fragen wie „Was wird eigentlich aus Kohle gemacht?“ und „Wo liegt die Kohle denn genau?“ antworten die Schüler in größerer Höhe. Dabei bemerkt man, dass mit dem Aufstieg, die Informationen immer aktueller werden. Kurz vor dem „Gipfel“ sind der Arbeitskampf der Kumpel Ende der 80er – Anfang der 90er Jahre und die spätere Schließung der Zeche das Thema.
Das Ganze sei eine Gemeinschaftsidee der Klasse und ihr selbst gewesen und habe großen Anklang gefunden, erklärte Projektleiterin Jana Peerling im RP-Gespräch. Vor etwa drei Monaten habe es schon erste Unterrichtsreihen zum Thema gegeben, die den Schülern die „Basics“ zur Entstehung von Kohle vermitteln sollten. Gerade der lokale Bezug zu Hückelhoven sei ihr dabei besonders wichtig gewesen, sagte Peerling, da viele Schüler in den Zechenhäusern lebten, ohne zu wissen, woher diese stammten. Andere Informationen haben sich die Schüler selbstständig erarbeitet. „Inzwischen sitzen viele kleine Experten bei mir in der Klasse“, freut sich die Pädagogin.
Zwei letzte Tafeln sind ganz oben auf der Halde zu sehen. Die eine beschreibt das Besucherbergwerk „Schacht 3“ und löst ein Rätsel, das auf allen liebevoll gestalteten Tafeln versteckt ist. Auf der anderen äußern die Schüler Wünsche für neue Projekte auf der Halde.
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