Hückelhoven: Hückelhoven als Filmkulisse
VON WILLI SPICHARTZ - zuletzt aktualisiert: 19.06.2008Hückelhoven (RPO). In der früheren Zechenstadt haben die Dreharbeiten zur Neuauflage des Kinofilms „Vorstadtkrokodile“ begonnen. Das Filmteam mietete Häuser, dreht in der Polizeiwache und bekam Straßen gesperrt. Spannend für Nachbarn.
„Kai, du hast Besuch!“ Mehr als ein Dutzend Mal war der Satz gestern an der Tür des Hauses Nummer 5 an der Körferstraße in der Hückelhovener Siedlung zu hören. Beileibe keine kaputte CD, es war die Stimme von Fernseh- und Filmstar Maria Schrader, die mit jugendlichen Darstellern eine Szene des Kinofilms „Vorstadtkrokodile“ drehte.
Haus umgestaltet und umstellt
Für elf Drehtage ist das Haus der Familie Jörg und Marion Bey Ort einer ganzen Reihe von Szenen des Films, für die geprobt, geprobt und nochmals geprobt wurde. Das Haus wurde umgestaltet, und umstellt von Kameras, Beleuchtungs- und Abblendelementen der mit einem Dutzend Lkw angereisten Filmcrew. Alle paar Minuten hieß es „Ruhe! Dreh!“, dann waren auch die nachbarlichen Zaungäste, darunter stellvertretender Bürgermeister Dieter Geitner, mucksmäuschenstill. Mindestens zwei Dutzend Mitglieder der Crew und Darsteller bevölkerten die enge Körferstraße, Vorgärten, Treppen und Kellereingänge, wobei das Basislager des Sets Luftlinie 400 Meter weiter hoch in der Loerbrockstraße mit weiteren zehn Lkw lag. Auch dort hatte die Produktionsfirma „Westside-Film“ die Wohnung einer Familie für einige Szenen gemietet.
Diszipliniert waren in allen Drehstraßen die Pkw-Besitzer: Man hielt sich an das erbetene Halteverbot. Das hatte die Stadt Hückelhoven als Unterstützung der Dreharbeiten eingerichtet, wie man überhaupt laut Pressesprecher Holger Loogen Kontakte mit den Filmleuten geknüpft habe, und auch beim Suchen nach passenden Örtlichkeiten behilflich gewesen sei. Man habe sich aber vorher von der Seriosität der Produktion überzeugt. Unterstützung gibt’s zudem von der Polizei, wie deren Pressesprecher Karl-Heinz Frenken bestätigt. Man mache dies gern, auch vom Minister als oberstem Dienstherrn abgesegnet, um ein realistisch-positives Bild der Polizei geben zu können. Die Westside-Filmproduktion hat einen Drehtag in der Hückelhovener Polizeiwache vorgesehen.
Bei Familie Bey wird weitergedreht, Vater Jörg spielt als Polizist eine Szene, Sohn Sven ist in einer in Mönchengladbach zu drehenden Szene dabei und Sohn Björn tritt ein Praktikum bei der Produktionsfirma an. Und Beys würden ihr Haus auch noch mal für Filmaufnahmen zur Verfügung stellen, man hat sich an den Trubel gewöhnt, schlecht bezahlt wird’s auch nicht.
Auch wenn Wohnzimmer und Küche für die Dreharbeiten umtapeziert wurden, nach der Zeit als Filmstudio wird alles wieder in den vorherigen Zustand gebracht. Die Körferstraße wird wieder die ruhige Sackgasse, die Parkstreifen stehen wieder uneingeschränkt Anwohnern und Gästen zur Verfügung. Und die Beys bekommen auch den Film früher per Video zu sehen als die Kinogänger.
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