Hückelhoven: Kleine Stars in der Manege
VON KERSTIN DE HAAS - zuletzt aktualisiert: 10.07.2007Hückelhoven (RPO). „Kann ich nicht“ – gibt’s nicht. Über sich selbst hinauswachsen war die Devise beim Zirkuscamp des Jugendzentrums „Das Nest“. Am Ende der zehntägigen Ferienspiele standen zwei Vorstellungen in einem echten Zirkuszelt.
Schnell ausgebucht
Nach 2005 machte das Ferienspiele-Zirkusprojekt zum zweiten Mal Station in Hückelhoven. Und wieder war der Andrang riesig. „Innerhalb von anderthalb Stunden war das Projekt ausgebucht“, sagt Stadtjugendpfleger Peter Wiese. Er war dabei der „Mann im Hintergrund“, sorgte für die Mittagsverpflegung und in den Pausen der Zirkusvorstellungen auch für die Verpflegung der Besucher – mit Popcorn und kühlen Getränken.
Es war voll, es war eng, und es war heiß im Zirkuszelt auf dem Ratheimer Kirmesplatz – und vor allem war es super. Die knapp 400 Zuschauer bei jeder der beiden Vorstellungen waren restlos begeistert von dem, was die kleinen Artisten, Jongleure, Akrobaten, Zauberer und Clowns ihnen da zeigten. Neun Tage hatten die 100 Kinder im Zirkuscamp des Jugendzentrums „Das Nest“ auf diese beiden großen Auftritte hingearbeitet. Das Ergebnis waren nicht nur erstklassige Darbietungen. Die Geschwister, Freunde, Eltern und Großeltern im Publikum erlebten die Kleinen ganz bestimmt von einer völlig neuen Seite.
Konzentriert und selbstbewusst
Die beiden Ansagerinnen sprachen zwar eingangs von jede Menge Lampenfieber, das da hinter dem Vorhang warten würde. Doch Nervosität war den Akteuren überhaupt nicht anzumerken. Vielmehr höchste Konzentration und eine große Portion Selbstbewusstsein. Egal ob eine Nummer perfekt gelang oder sich auch mal ein kleiner Patzer einschlich – am Ende galt es stets, mit strahlendem Lächeln und ausgebreiteten Armen das Publikum zum Beifall zu animieren. Und das klappte. Schon von der ersten Minute an klatschten die Zuschauer im Takt der typischen Zirkusmarschklänge vom Band mit.
Biegsame Körper zeigten artistische Einlagen am Boden, auf Bällen und sogar am Trapez. Jongleure wirbelten Teller auf Stäben über ihren Köpfen, hinter dem Rücken und durch die Beine. Schwarze Gestalten ließen im ultravioletten Licht leuchtende Tücher förmlich durch die Lüfte schweben. Und wem das alles noch nicht heiß genug war, der geriet spätestens bei den Kunststücken der Feuerschlucker und Feuerspucker ins Schwitzen. So wie die Eltern von Sophie (9), die im Publikum saßen und dem Auftritt ihrer Tochter entgegen fieberten. Angst um ihre Kleine brauchten sie aber nicht zu haben.
Neben den jugendlichen Betreuern wurde das Ferienspiele-Projekt in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und dem Stadtjugendring nämlich von erfahrenen Zirkuspädagogen des Circus ZappZarapp aus Leverkusen begleitet. Die hatten im Mai zunächst die Betreuer in einem Workshop geschult, damit sie ihre Erfahrungen in dem Camp an die Kinder weitergeben konnten. „Ohne Teamer funktioniert so ein Projekt gar nicht“, lobte Stadtjugendpfleger Peter Wiese, der sich auch bei Beate Franz als Leiterin vom „Nest“ und des Projektes bedankte. Am meisten beeindruckt haben aber auch ihn die sieben- bis 14-jährigen Kinder: „Sie haben eine Menge gelernt und viel Selbstbewusstsein getankt.“ Und dafür wurden die kleinen Stars in der Manege mit reichlich Beifall belohnt.
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