Hückelhoven: Korbmacherhandwerk lebt
VON DANIELA GIESS - zuletzt aktualisiert: 29.04.2008Hückelhoven (RPO). Die Rurtal-Korbmacher haben ihr neues Domizil nach einjähriger Renovierungszeit an der Hilfarther Nohlmannstraße bezogen. Die Besucher fühlten sich gleich in eine lebendige Vergangenheit zurück versetzt.
Praktisches Arbeiten
Praktisches Arbeiten ist schon jetzt im Museum möglich, zum Beispiel das Herstellen eines Weidenkörbchens mit vorgefertigtem Boden. Im Frühjahr werden Weiden gepflanzt und geschält, auch Flechtkurse sind künftig geplant.
Das Museum ist montags von 9 bis 12 Uhr geöffnet sowie nach Vereinbarung unter % 02433 912985.
Vom ehemaligen Franziskanerinnen-Kloster zum schmucken Korbmachermuseum: Nach einjähriger Renovierungszeit haben die Rurtal-Korbmacher ihr neues Domizil an der Hilfarther Nohlmannstraße bezogen. Bei der offiziellen Eröffnung am Wochenende war das 1500-Quadratmeter-Anwesen gut besucht. Abordnungen anderer Museen, Vertreter der Verwaltung und des Stadtrates sowie der Vereine und Kirchen nahmen das neue Korbmachermuseum unter die Lupe.
Mehrere hundert Exponate
Nach einem ökumenischen Gottesdienst öffnete das Museum, das mehrere hundert Exponate des heimischen Korbmacherhandwerks zeigt, zum ersten Mal ganz offiziell seine Pforten. Für den musikalischen Rahmen sorgten dabei Instrumentalverein, Mandolinenorchester Rurperle und der Männergesangverein Eintracht Hilfarth. Bürgermeister Bernd Jansen war begeistert. „Man kommt hier rein und fühlt sich gleich in der Vergangenheit“, sagte er. Das Besondere des Museums sei, dass es ein lebendes ist. Das Korbmacherhandwerk habe den Ort geprägt und mache heute die Stadt Hückelhoven aus. „Ich bin froh und dankbar, dass sich eine Truppe um den Vorsitzenden Friedel Fell zusammengefunden hat.“ Alle seien bereits im Rentenalter. Die Stadt nehme das Museum an, und die Region werde es auch tun, sagte Jansen.
Die Kleinen aus dem katholischen Kindergarten St. Leonhard haben jetzt mit den Museumsleuten neue Nachbarn. Kindergartenleiterin Monika Rosenstein, das Erzieherinnenteam, Eltern und Kindergartenkinder überbrachten gute Wünsche.
Für fünf fleißige Ehrenamtler war die Eröffnung mit einer besonderen Auszeichnung verbunden. Sie nahmen ihren Goldenen Meisterbrief entgegen, den Assessor Ralf Barkey, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, ihnen überreichte. Willi Knur, Josef Nobis, Friedrich Krings, Gustav Dieck und Hermann Schulten, der sogar eigens aus Mannheim anreiste, haben vor 50 Jahren die Meisterprüfung als Korbmacher bestanden.
14 Themenschwerpunkte bilden die aktuelle Ausstellung, darunter die Ausbildung in der Heinsberger Lehranstalt für Korbflechterei, das Flechten im Wandel der Zeit und der Handel mit fahrenden Händlern, Genossenschaften, Selbstvermarktung und Großhändlern. Im Garten des Museums haben die Rurtal-Korbmacher einen kleinen Weidenacker angelegt, in der Scheune zeigen sie Dreschflegel, Schälmaschine und andere Geräte von anno dazumal.
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