Wegberg: Kuhfladenroulette: Warten auf den Fladen
VON CARSTEN PREIS - zuletzt aktualisiert: 17.05.2010 - 11:38Wegberg (RPO). Zum ersten Mal veranstaltete der SV Helpenstein ein lustiges Kuhfladenroulette. Das Rindvieh mit Namen Uta aber tat nicht wie geheißen. Der Spaß der Teilnehmer und Schaulustigen blieb dennoch nicht auf der Strecke.
Die Uhr tickt. Kurz nach 15 Uhr hat sich schon eine erkleckliche Menge Zuschauer am Sportplatz in Wildenrath versammelt, um sich eine Veranstaltung der besonderen Art anzusehen. Der SV Helpenstein hat zum "Kuhfladenroulette" geladen. "Wo bleibt denn die Kuh?", fragen sich manche Besucher. Die Ungeduld ist verständlich. Das Rindvieh Uta wird heute allein durch die Stelle seines Stuhlgangs darüber entscheiden, wer den Gewinn von 1000 Euro einstreicht.
Es ist schon ein bemerkenswertes Bild. Auf der einen Seite liegt das in Parzellen aufgeteilte Fußballfeld, auf der anderen Seite sitzen die Besucher längs des Feldes an Bierzeltgarnituren und schmausen, während sie darauf warten, dass der Stargast des Nachmittags, die dreijährige Uta, ihres Amtes waltet.
Rund ums Event
Lose 2241 Lose wurden verkauft. Parzellen Jede Parzelle war 2,66 Meter breit und 1,08 Meter lang. Kosten Zwei Euro pro Parzelle. Dank der Veranstalter ging an Markus Heinen, der die technische Organisation übernommen hatte.
Saisonabschluss Vom 18. bis zum 20. Juni findet das Fußballjugendturnier des SV Helpenstein statt.
Einführung ins "Regelwerk"
Die Zeit nutzt Dieter Wilms, Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit des Vereins, um die Anwesenden in die Regeln einzuweisen. Jedes Feld hat eine eindeutige Kennung. Wenn Uta nicht mehr an sich halten kann, geht es raus aufs Feld zum Nachmessen. Sollte das Rindvieh dabei unpräziserweise mit seinem Produkt gleich mehrere Parzellen beglücken, wird der Gewinn geteilt.
Um Punkt vier Uhr ist es dann so weit. Der Vierbeiner verlässt den Anhänger und schwingt die Hufe. Nach Verdauung sieht es jedoch nicht aus. Uta muht langgezogen und laut in alle Richtungen, während sie an der gespannten Menschenmenge vorbei stolziert. "Sie sucht ihre Herde", erläutert Landwirt und Besitzer des Rindviehs, Andreas Landmesser, das Verhalten. Für die Veranstaltung habe er extra ein ruhiges Tier ausgesucht. Ein regelrechtes "Kuh-Casting" sei aber nicht nötig gewesen. Ein wenig üben, an der Leine zu gehen, habe gereicht, um die Dreijährige zum "Glücksbringer" fürs Kuhfladenroulette zu machen.
Bei den Zuschauern sorgt die Veranstaltung für richtige Gaudi. "Die Gewinnchancen sind besser als beim Lotto", sagt Winfried Cassel, Mitglied des SV, der mit Gerstensaft in der Hand die Kuh beobachtet. Außerdem komme so auch ein wenig Geld in die Vereinskasse. Christel Nowak, Herta Sakowski und Helga Gerards diskutieren darüber, ob man das Tier nun bedauern sollte oder ob es den Auftritt genießt. Doch zum Ausbruch würziger Landluft kommt es an diesem Nachmittag nicht. Auf gutes Zurufen der Zuschauer läuft Uta zwar brav auf und ab. Sonst aber läuft bei dem Vierbeiner nichts.
Schließlich wird auf das Losverfahren ausgewichen. Den Gewinn streicht der achtjährige Marco aus der vereinseigenen F-Jugend ein. Der feiert mit seinen Eltern überglücklich. Auch der Verein ist mit dem Roulette sehr zufrieden. "Die Kuh hat zwar nicht gemacht. So haben wir aber trotzdem ein richtig schönes Ende", sagt Vorsitzender Werner Derichs.
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