Wegberg: Kunstschule in Not
VON MICHAEL HECKERS - zuletzt aktualisiert: 14.12.2006Wegberg (RPO). Der Fortbestand der Wegberger Kunstschule im ehemaligen Kloster ist ernsthaft gefährdet. Weil vereinbarte Zahlungen ausblieben, hat die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul den Inhabern der Kunstschule eine Frist gesetzt.
Diese Frist, die nach RP-Informationen zu Beginn der Weihnachtsferien abläuft, hat die Pfarrgemeinde als Grundstückeigentümerin gesetzt, um der Kunstschule Gelegenheit zu geben, bisher ausgebliebene Nutzungsentschädigungen und Nebenkosten in nicht genannter Höhe nachzuholen. „Die Pfarrgemeinde ist weiterhin bemüht, den Betrieb der Kunstschule im ehemaligen Kloster aufrecht zu erhalten“, sagte Josef Grün vom Kirchenvorstand gestern. Allerdings bliebe die Pfarre derzeit auf ihren Kosten sitzen. Alleine die Nebenkosten seien bei einem Gebäude in dieser Größenordnung außerordentlich hoch.
Keine Bürgschaft
Pfarre gegen Verkauf
Erst kurz vor Einzug der Kunstschule stand nach langem Tauziehen zwischen Pfarrgemeinde und Generalvikariat im Juni 2006 fest, dass Gebäudeteile des ehemaligen Klosters langfristig an die Stadt vermietet werden sollen. Das Bistum hatte wegen seiner Finanznöte mit einem Verkauf der Immobilie geliebäugelt. Die Pfarrgemeinde ist gegen einen Verkauf, weil das Gebäude öffentlich zugänglich bleiben soll.
Das ursprünglich geplante Vertragskonstrukt sah vor, dass die Stadt den linken und mittleren Trakt des Klosters (vom Rathausplatz aus gesehen) von der Pfarrgemeinde mietet und an die Kunstschule untervermietet. Die Untervermietung ist laut Grün gescheitert, weil eine notwendige Bürgschaft nicht zustande kam. Darum sei auch der Vertrag zwischen Pfarrgemeinde und Stadt nicht abgeschlossen worden. Die Pfarre habe der Kunstschule daraufhin zugestanden, das Gebäude „auf Basis der zukünftigen mietvertraglichen Vereinbarungen zu nutzen“, wobei bis März 2007 keine Miete vereinbart wurde, sondern die Zahlung einer Nutzungsentschädigung und Nebenkosten. Da dies nach Worten Grüns nur in Teilen geschehen ist, sehe sich die Pfarre zum Handeln gezwungen.
Derzeit diskutiert die Pfarrgemeinde mit der Stadt unterschiedliche Möglichkeiten, den Betrieb des Gebäudes auf ein betriebswirtschaftlich gesundes Fundament zu stellen. Dazu muss sich laut Grün entweder jemand finden, der den derzeitigen Träger unterstützt, oder der Kunstschulbetrieb wird in reduzierter Form fortgeführt, während weitere Mieter für Teile des Gebäudes gefunden werden. „Da tun sich bereits Perspektiven auf“, sagte Grün.
Die Inhaber der Kunstschule Wegberg GbR, Patricia Olivier-Sicher und Karl-Heinz Sicher, sagten gestern, dass „kurzfristig etwas zur Entlastung der Kunstschule passieren muss.“ Sie hoffen auf ein Entgegenkommen der Pfarre. Generell fehle es der Kunstschule an Unterstützung. Zwar werde die Kunst im Kloster von allen Seiten begrüßt, die positive Stimmung drücke sich aber nicht in Anmeldezahlen für die Kurse aus, wie Karl-Heinz Sicher sagte. Außerdem finde der Förderverein nicht die erhoffte Unterstützung. Derzeit gibt es nach Sichers Angaben rund 50 Kursteilnehmer, 100 müssten es sein, um wirtschaftlich arbeiten zu können.
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