Wegberg: Läufer aus Leidenschaft
VON MICHAEL HECKERS - zuletzt aktualisiert: 22.11.2008Wegberg (RPO). Manfred van Husen (42) bereitet sich mit dem RP-Team auf den Düsseldorf-Marathon (3. Mai) vor. Der Bauleiter ist zum dritten Mal dabei. Schon jetzt fiebert er dem Zieleinlauf am Rheinufer entgegen.
RP-Marathonteam
Seit 2004 schafften mit der RP und dem Trainingskonzept des Viersener Mediziners Dr. Michael Fritz über 800 Frauen und Männer die Marathondistanz. Das Erfolgsrezept dabei: den Teilnehmern eine Strategie an die Hand zu geben, mit der sie sich auf der Strecke fordern, aber nicht überfordern und die 42,195 Kilometer gesund im Laufschritt absolvieren.
Manfred van Husen ist Überzeugungstäter. Wenn er nicht laufen kann, weil es der Job nicht zulässt oder das Schienbein zwickt, spricht der 42-Jährige von Entzugserscheinungen. Vier bis fünfmal in der Woche dreht van Husen seine Runden um Rath-Anhoven. Dort wohnt der Bauingenieur mit seiner Frau und der elfjährigen Tochter seit vielen Jahren.
Als sich van Husen im Oktober 2006 für das RP-Marathonteam bewarb, gab er an, dass er mit 40 Jahren endlich wieder eine neue Herausforderung brauche und weil in einem Team bekanntlich alles leichter gehe. Ein halbes Jahr lang bereitete er sich mit den Teilnehmern des RP-Marathonteams und nach den Vorgaben aus dem Trainingsplan des Viersener Sportmediziners Dr. Michael Fritz auf den großen Tag vor. Am 6. Mai 2007 war es dann soweit: Zusammen mit über 200 weiteren RP-Marathonis machte sich Manfred van Husen auf die 42,195 Kilometer lange Strecke durch die Landeshauptstadt. Nach 4:11 Stunden lief der Rath-Anhovener am Rheinufer jubelnd durchs Ziel: Der 40-Jährige hatte sein großes Ziel erreicht und einen Traum verwirklicht.
Van Husen ist bis heute Läufer aus Leidenschaft. Wenn er in seinem Büro bei der Mönchengladbacher Baugesellschaft Ernst Kreuder Bau Feierabend macht, zieht er seine Laufklamotten an. Dann läuft der Bauleiter seine Baustellen auf Gladbacher Stadtgebiet ab. So bringt er Hobby und Beruf unter einen Hut. Im Herbst 2007 absolvierte van Husen den Essen-Marathon rund um den Baldeneysee. Mit 3:58 Stunden blieb er unter der Vier-Stunden-Marke.
Es lief gut für Manfred van Husen – bis eine Verletzung ihm vier Wochen vor dem Düsseldorf-Marathon im Mai 2008 einen dicken Strich durch die Rechnung machte. Mehrere Monate lang durfte van Husen keinen Schritt laufen. „Ich hatte regelrechte Entzugserscheinungen“, sagt er heute. „Meine mehrstündigen Wochenendläufe waren Heimatkunde – jedesmal lief ich eine andere Strecke. Das habe ich in der Zeit, in der ich nicht laufen konnte, sehr vermisst.“
Als er seine Verletzung überwunden hatte, sammelte van Husen wieder fleißig Kilometer. Anfang Oktober ging er in Köln an den Start und lief 4:14 Stunden. Jetzt freut sich der Rath-Anhovener wieder auf Düsseldorf: Mit dem RP-Marathonteam bereitet er sich in den nächsten Monaten intensiv auf den Lauf am 3. Mai vor. Schon jetzt freut er sich auf den Moment, wenn er am Rheinufer über die Ziellinie läuft. „Wenn das auch noch in einer Zeit von unter vier Stunden klappt, bin ich richtig glücklich“, sagt er.
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