Hückelhoven: Leben in der Filmkulisse
VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 03.08.2009Hückelhoven (RPO). Seit knapp vier Wochen lebt die Familie Bey im Ausnahmezustand: Wie schon bei Teil eins der "Vorstadtkrokodile" wird in ihrem Haus auch für die Fortsetzungsgeschichte wieder gedreht. Genau heute und morgen ist das der Fall.
In trauter Zweisamkeit im Wohnzimmer Fernsehgucken – das gilt schon seit Wochen für Jörg und Marion Bey in ganz besonderem Maße. Dann sitzt das Hückelhovener Ehepaar eng nebeneinander auf einer abgewetzten Zweiercoach. "So nah sind wir uns beim Fernsehgucken schon lange nicht mehr gekommen", sagt Jörg Bey und grinst breit.
Eine Alternative dazu haben die Beys zurzeit nicht. Schon seit knapp vier Wochen lebt das Paar mit seinen beiden Söhnen Sven und Björn im Ausnahmezustand – besser gesagt: in einer Filmkulisse. Denn ihr Haus auf der Körferstraße dient wie schon im letzten Jahr bei der Neuverfilmung der "Vorstadtkrokodile" nun auch bei der Fortsetzung "Vorstadtkrokodile 2" wieder als Drehort.
Chaos im Drehplan
Schwarzer Kasten
Gestern baute die Filmcrew an der Haustür der Familie Bey ein großes Gerüst auf. Maße: sieben mal acht Meter und vier Meter in die Höhe. Das wird anschließend mit schwarzen Leinentüchern komplett verdunkelt.
Grund Eine kurze Filmszene spielt an der Haustür bei Nacht. "Das können die bei echter Dunkelheit nicht drehen, da die Kinder nur eine bestimmte Anzahl an Stunden pro Tag drehen dürfen", sagt Jörg Bey.
Kontrolle Zwei Sozialpädagogen sind den kompletten Dreh dabei und führen auch Buch über die Arbeitszeiten der jungen Darsteller.
Unterschied zum Vorjahr: Die Dreharbeiten haben sich immer weiter nach hinten geschoben. "Drei Drehtage in unserem Haus waren vorgesehen, der letzte davon sollte am 17. Juli sein", sagt Jörg Bey. Tatsächlich wird nun heute und morgen dort gedreht – der dritte Termin entfällt. "Das ist diesmal wirklich alles etwas chaotisch", merkt Ehefrau Marion an – und ist froh, wenn morgen Abend die letzte Klappe gefallen sein wird.
Bereits in der ersten Juliwoche waren Wohn- und Esszimmer, Schlafzimmer sowie die Diele leergeräumt worden – ein von der Filmcrew beauftragtes Umzugsunternehmen rückte mit großem Möbelwagen an und brachte das Mobilar nach Köln. Gut zwei Wochen schlief das Ehepaar auf den liegengelassenen Matratzen – und im Wohnzimmer blieb lediglich der Fernseher stehen. Besagte Zweier-Coach sowie ein Stelltisch wurden zur "Überbrückung" bereitgestellt. Im sonst leeren Raum guckten die Beys dann Fernsehen. "Das war schon komisch. Das schallte unheimlich", erinnert sich Jörg Bey.
Ein von den Beys beauftragter Malermeister strich dann die Wände wie von der Filmcrew gewünscht um: Die grüntapezierte Diele wandelte sich in Lila um, das gelb-orangene Wohnzimmer in Blau, das orangene Schlafzimmer in Braun. Und da beim Dreh die Kamera auch mal einen kurzen Schwenk in das Zimmer von Sohn Björn machen wird, wurde das von Grün in Hellblau umgestrichen. "Grün mögen die Filmleute nämlich überhaupt nicht", weiß Marion Bey.
In der zweiten Hälfte der vorletzten Woche wurde dann die Filmkulisse rangekarrt – aus dem Wohnzimmer des Beys wurde so das Kinderzimmer von Filmfigur Kai. Seitdem schaut das Ehepaar Bey dort auf Basketballposter – und auch auf ein Modell der Apollo-11-Rakete.
Wenn es gut geht, wird etwa Mitte August alles wieder in seinen Originalzustand versetzt sein. Ausnahme: das Schlafzimmer. "Das wollten wir ohnehin in Beige umstreichen lassen. Von daher kommt das jetzt gut aus", merkt Jörg Bey an.
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