Wegberg: Malerkolonie im Kloster
VON KRISTINA HELLWIG - zuletzt aktualisiert: 12.04.2008Wegberg (RPO). Mehr Ruhe zum Arbeiten – das erhoffen sich künftige Mieter der Atelier-Etage im früheren Wegberger Kloster. Elf Künstler stellen dort nächste Woche ihre Räume vor. Die meisten von ihnen sind in der Region gut bekannt.
Farben, Leinwand, Staffelei – den Großteil ihrer Arbeitsmaterialien hat Beate Bündgen schon aus Erkelenz in ihr neues Atelier nach Wegberg gebracht. „Der Raum ist ja nicht groß, da ist man ruckzuck fertig“, erzählt sie. Die richtige Atelier-Atmosphäre aber wird sie den Besuchern des Tags der offenen Tür am Sonntag, 20. April, (Beginn 12 Uhr) noch nicht bieten können. „Dafür muss man erst eine Weile im neuen Raum arbeiten.“
Das Wegberger Kloster füllt sich allmählich wieder mit Leben. Nachdem dort im Februar die Musical-Schule „Power Stage“ eröffnet hat, beziehen zurzeit elf Künstler die so genannte Atelier-Etage. Viele von ihnen sind in der Region gut bekannt. Peter Valentiner beispielsweise, der Leiter der Sommer-Kunstakademie Hohenbusch, oder Johannes Donner, einer der Initiatoren der Wegberger Kunstoffensive. „Die Stadt Wegberg hat uns angesprochen“, erzählt Beate Bündgen. Die ersten elf, die zusagten, bekamen die Ateliers – andere Interessenten stünden auf einer Warteliste. Der Mietvertrag laufe zunächst über zwei Jahre.
Die Mieter
Beate Bündgen (Erkelenz)
Johannes Donner (Wegberg)
Ursula Kempf
Ulrike Kotlowski (Wegberg)
S. Mosburger-Dalz (Wassenberg)
Christoph Ohmes (Erkelenz)
Ingrid Pusch (Erkelenz)
Brigitte Uhrmacher (Viersen)
Peter Valentiner (Köln)
Johann Wittmann (Wegberg)
Karin van Zoggel (Niederkrüchten)
Ihr Atelier in Erkelenz wird Beate Bündgen aber nicht aufgeben. Dort macht sie weiterhin ihr Holzskulpturen. In Wegberg möchte sie Platz für ihren zweiten Schwerpunkt haben: „Da will ich nur malen.“ Ähnlich sieht das der Erkelenzer Christoph Ohmes, der überwiegend als Bildhauer tätig ist. Er eröffnet in Wegberg ein Zweitatelier. Er wünscht sich die Ruhe zum Malen, die er im heimischen Atelier, abgelenkt von den Alltagsdingen, selten findet. Er vergleicht das Wegberger Kloster mit einer Malerkolonie. Die Nähe zu Gleichgesinnten reizt ihn. „Es geht mir darum, einen Raum zu haben, wo man für sich ist, aber nicht allein.“ „Es hat eine andere Qualität, wenn man außer Haus arbeitet“, sagt auch die Erkelenzerin Ingrid Pusch. Sie könne dann ganz anders abschalten.
Werden die elf Mieter der Atelier-Etage auch Gemeinsames auf die Beine stellen? „Das muss sich ergeben“, meint Ingrid Pusch. Zunächst einmal sei nur geplant, dass die Kloster-Künstler in die nächste Wegberger Kunstoffensive Ende August eingebunden werden. Ingrid Pusch sagt aber: „Bestimmt wird es etwas Gemeinsames geben, wenn wir uns erst einmal beschnuppert haben.“ Auch Beate Bündgen hält eine gemeinsame Ausstellung irgendwann einmal für möglich. Für den Anfang aber sind die Prioritäten klar gesetzt: „Wir wollen dort arbeiten und keinen Kaffeeklatsch halten.“
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