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Hückelhoven: Manuel P. "braucht jetzt Autorität"

zuletzt aktualisiert: 31.01.2009

Hückelhoven (RPO). Er hat sich nicht entschuldigt. Er akzeptiert das Urteil: neun Jahre hinter Gittern. Mit seinem Pflichtverteidiger Dr. Gerhard Zipfel will Manuel P., der Friedhofsmörder von Schaufenberg, weiter in Kontakt bleiben.

Eine Grablampe steht am Dienstag auf dem Grab des am Gruendonnerstag 2008 ermordeten Ewald F. auf dem Schaufenberger Friedhof in Hueckelhoven. Foto: ddp

"Ich werde Manuel weiter betreuen. Er hat mich darum gebeten", sagt der Anwalt, der diese Bitte als persönliche Bestätigung wertet. "Ich brauche Ihre Visitenkarte", bat Manuel P. nach dem Urteilsspruch am Mönchengladbacher Landgericht. Gefasst habe der Junge aus Hückelhoven die Entscheidung der Richter und Schöffen aufgenommen. Weil er wusste: "Ich hab' Mist gebaut."

Es kam schließlich, wie es kommen musste: "Dass wir vor Gericht keinen Blumenpott gewinnen würden, habe ich ihm ja von Anfang an gesagt." Am Tag nach dem Urteil meldete sich Manuel P. telefonisch bei Zipfel. "Er will Kontakt halten. Ich finde das gut, denn dann kann ich was für ihn tun. Ihm zum Beispiel helfen, falls es zu Übergriffen kommt."

Ausgesprochen höflich sei P. immer gewesen, habe ihm nach den Besprechungen immer eine gute Heimfahrt gewünscht. Mit seinem Mandanten geht der Anwalt aber ganz bewusst nicht zimperlich um. "Ich nehme kein Blatt vor den Mund und rede ziemlich ruppig mit ihm. Anders geht es nicht."

Manuel P. scheint es kaum erwarten zu können, nach Heinsberg zu kommen. Er habe bereits Kontakt dorthin aufgenommen. Dr. Gerhard Zipfel kennt die Jugend-Justizvollzugsanstalt in der Kreisstadt gut. Sie sei mit einer Vollzugsanstalt für Erwachsene nicht zu vergleichen, sondern viel offener und arbeite mit einer sehr intensiven Betreuung der jugendlichen Straftäter auf nahezu allen Gebieten.

Jeder Insasse erhalte alle machbaren Erleichterungen und auch ausgefallene Wünsche – wenn vertretbar – erfüllt, sobald er sich der Autorität der JVA unterwirft. "Es ist das Richtige für Manuel. Er braucht jetzt Autorität."

Die hohe Haftstrafe werde im Jugendregister automatisch gelöscht, wenn sein Mandant das 24. Lebensjahr erreicht habe. Der Anwalt glaubt, dass der junge Mörder sich noch nicht alles verbaut hat: "Manuel hat eine ganz große Chance. Da ist noch was zu retten. Der Junge ist nämlich nicht doof."

Manuels Vater, der sich ebenso wie die Mutter bei den Angehörigen des Opfers entschuldigte, hat sich nach dem Urteil ebenfalls geäußert. Auch er hofft, dass der Jugendliche in der Haft lerne, Regeln einzuhalten, gesellschaftsfähig werde und es schaffe, zur Ruhe zu kommen, um nach der Entlassung ein normales Leben führen zu können. Der Vater sieht eine Mitverantwortung der Behörden, sagt aber auch, dass es ihm und seiner damaligen Frau nicht gelungen sei, die Kinder in angemessener Form aufwachsen zu lassen.

Leider habe das Paar es nicht geschafft, sich friedlich zu trennen. Die Kinder hätten viel Hass und Streit miterlebt. Ebenso hätten die häufigen Umzüge nicht dazu beigetragen, ein soziales Netzwerk für die Kinder entstehen zu lassen. Dass Manuel in der Gesellschaft auffällig wurde, sei Folge dieser Entwicklung gewesen, die für ihn damals nicht erkennbar gewesen sei.

Quelle: RP

 
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