Hückelhoven: Mekka für Cineasten
VON DANIELA GIESS - zuletzt aktualisiert: 19.11.2007Hückelhoven (RPO). Seit 36 Jahren verwandelt sich Hückelhoven zum Zentrum für Filmfans aus dem Dreiländereck. Am Wochenende kamen rund 200 Kinofreunde zu den Belgisch-Niederländisch-Deutschen Filmtagen in die ehemalige Zechenstadt. Zum Auftakt standen Vorführungen für Kinder auf dem Programm.
Flauschig-weiche Kopfkissen, kuschelige Decken – so machten es sich die 200 Teilnehmer der Belgisch-Niederländisch-Deutschen Filmtage auf ihren Stühlen bequem, verwandelten die Aula des Gymnasiums in einen großen Kinosaal.
Seit 36 Jahren
Bereits seit 36 Jahren wird die ehemalige Zechenstadt für ein Wochenende zum Mekka der Cineasten aus dem Dreiländereck. Gezeigt werden Filme aus den drei Ländern, Low-Budget-Produktionen ebenso wie Kassenschlager. Für Organisatorin Gisela Münzenberg-Wiers zählt, dass die Jugendlichen miteinander ins Gespräch kommen, dabei auf beteiligte Schauspieler wie Regisseure treffen. Diesmal reiste Hilde van Mieghem an, die sich in den Niederlanden und Belgien als Schauspielerin und Regisseurin einen Namen gemacht hat.
Übernachten im Hotel
Der Trend geht zur Hotelübernachtung: Nur noch ein Drittel der insgesamt 200 Teilnehmer der Belgisch-Niederländisch-Deutschen Filmtage ließ sich in den Turnhallen im Schulzentrum In der Schlee und am Gymnasium einquartieren, wie Organisatorin Gisela Münzenberg-Wiers aus Aachen berichtete.
Mit „Kino für Kinder“, der Janosch-Verfilmung „Oh, wie schön ist Panama“, starteten die Filmtage. Nach dem niederländischen Kurzfilm „Aard“ eröffnete der Erste Beigeordnete Helmut Holländer den internationalen Filmreigen. Junge Menschen an die Kultur heranzuführen, sei sehr wichtig, betonte er. Und sicherte in seiner Funktion als Kämmerer auch gleich zu, dass Fortsetzungen der Belgisch-Niederländisch-Deutschen Filmtage bereits fest verankert sind im städtischen Budget: „Der finanzielle Beitrag der Stadt ist gesichert, der Haushalt sieht eine Beteiligung bis 2011 vor.“
Dass die jungen Teilnehmer aus drei Ländern miteinander diskutierten und das Gezeigte kritisierten, nannte Holländer „einmalig“. Auf diese Weise entstehe „ein viel tieferes Verständnis für das Leben in anderen Ländern“. Im Kulturprogramm seien die Filmtage seit 36 Jahren fester Bestandteil. Zum 25. Todestag Rainer Werner Fassbinders zeigten die Organisatoren der Filmtage, die durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt werden, die Fassbinder-Verfilmung „Angst essen Seele auf“ mit Brigitte Mira in der Rolle der verwitweten Putzfrau Emmi, die den 20 Jahre jüngeren marokkanischen Gastarbeiter Ali (El Hedi ben Salem) kennen lernt und deswegen von ihrer Umwelt kritisiert wird.
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