Wegberg: Mit Eisenstange bedroht
VON MICHAEL HECKERS - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010Wegberg (RPO). Mit massiven Drohgebärden schlugen Unbekannte nachts im Schulzentrum den Wachmann einer Sicherheitsfirma in die Flucht. An Schulcontainern wurden Rollläden und Fenster zerstört. Bürger fordern die Stadt zum Handeln auf.
Leere Wodkaflaschen, demolierte Rollläden, eingeworfene Fensterscheiben – Randalierer haben am Wochenende im Schulzentrum an der Maaseiker Straße für ein Bild der Zerstörung gesorgt. Doch damit nicht genug: In der Nacht zu Sonntag wurde außerdem ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes im Schulzentrum von Unbekannten mit einer Eisenstange bedroht und verfolgt. Das bestätigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Das Auto des Wachmanns sei beschädigt worden.
Junge Leute in Verdacht
Dass die Großbaustelle am Schul-zentrum Randalierer anlocken könnte, hatte die Verwaltung schon befürchtet. Seit ein paar Tagen lässt sie daher das Gelände durch einen Sicherheitsdienst kontrollieren. "Dass die Situation gleich am ersten Wochenende eskaliert, damit haben wir nicht gerechnet", sagt Ulrich Schulz vom Ordnungsamt.
Im Wortlaut
Bürgerantrag Darin heißt es unter anderem: "Dass bei den nächtlichen Treiben im Schulzentrum nicht nur Alkohol im Spiel ist, sondern auch Haschisch geraucht wird, bezeugt eine auf dem Schulgelände sichergestellte selbst gebastelte Haschischpfeife. (...) Mittlerweile sind wir so weit, dass sich bei Dunkelheit niemand mehr auf das Schulgelände wagen kann, ohne Gefahr zu laufen, von Jugendlichen angepöbelt und angegriffen zu werden."
Offensichtlich ließen sich die Randalierer von der Anwesenheit des Wachmanns nicht beeindrucken. Ihre massiven Drohgebärden stellten sie erst ein, als das Martinshorn der alarmierten Polizei zu hören war, heißt es von Seiten der Verwaltung. Von einer neuen Dimension krimineller Energie ist die Rede.
Das Umfeld der Mensa bot am Sonntagmorgen ein Bild der Verwüstung. Leere Wodkaflaschen lagen herum, der Boden war übersät mit Müll und Glassplittern, Bänke und Tische kreuz und quer durcheinander gestellt. Ein Anwohner dokumentierte das mit zahlreichen Fotos. An den Wohn- und Schulcontainern wurden Rollläden, Fenster und die Außenbleche beschädigt, außerdem lagen Bauzäune, Holztische und -bänke kreuz und quer verteilt. Wie hoch der finanzielle Schaden ist, kann die Stadt Wegberg noch nicht sagen.
Bei den Tätern soll es sich um sechs bis sieben junge Leute im Alter zwischen 15 und 20 Jahren handeln, heißt es im Rathaus. Schon seit Monaten ist die Verwaltung bemüht, mit einer Gruppe Jugendlicher ins Gespräch zu kommen, die für Sachbeschädigungen und Lärmbelästigungen in Beeck und Wegberg verantwortlich gemacht wird. "Offensichtlich hat sich das Problem in den Ferien nach Wegberg verlagert, in Beeck war es nämlich zuletzt ruhig", sagt Schulz. Jetzt schlagen Bürger Alarm, die in der Wegberger Innenstadt wohnen: Auf der Markusstraße wurden an mehreren Autos Außenspiegel abgebrochen, die nächtliche Lärmbelästigung durch alkoholisierte Jugendliche ist kaum noch zu ertragen, berichten sie. "Dass die Stadt es so weit hat kommen lassen, ist ein Skandal", heißt es in einem Bürgerantrag.
Nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Ulrich Schulz hat es nach dem Vorfall vom Wochenende bereits ein Gespräch mit Polizei und Sicherheitsdienst gegeben. "Wir sind jetzt deutlich besser auf solche Situationen vorbereitet", sagt Schulz.
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