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Wassenberg: Mobile Redaktion: Täter aus allen Milieus

VON ANGELIKA HAHN UND ANKE BACKHAUS - zuletzt aktualisiert: 29.11.2011

Wassenberg (RP). Woher kommen jene Jugendliche, die von der Polizei für die jüngsten Zerstörungen in Wassenberg verantwortlich gemacht werden? Vor allem aber, woher kommt es, dass so etwas geschieht? Spannende Antworten lieferten gestern bei der "Mobilen Redaktion" am Edeka-Markt an der Jülicher Straße die Polizei und Marita Wambach-Schulz, die das Jugendzentrum "JuZe" leitet.

Franz Heinrichs, Jugendbeauftragter bei der Kreispolizeibehörde, sagte: "Die Täter kommen aus allen Milieus, auch aus gutbürgerlichen Familien." Und: "Oft sagt ihnen das Hakenkreuz in seiner rechten Symbolik gar nichts, es gibt also keinerlei Hinweis auf einen rechten Hintergrund. Unsere Erkenntnis ist, dass die Jugendlichen wissen, dass sich die Erwachsenen bei einem Hakenkreuz umso mehr ärgern." Deshalb werde das aufgemalt. Die Erfahrung der Polizei zeige auch, dass den Tätern "oft gar nicht bewusst ist, dass die Schäden an historischen Gebäuden nur schwer oder gar nicht zu beheben sind.

Ansatz der Polizei sollte es nicht sein, die jungen Täter zu bestrafen, sondern mit ihnen zu reden und sie die angerichteten Schäden beheben lassen, sagten mehrere Gäste der "Mobilen Redaktion". Dass die wenigsten Menschen, die Vandalismus beobachten, eine Anzeige erstatten, sei nicht richtig, meint die Polizei. "Nur wenn wir etwas über die Personen erfahren, können wir mit den Jugendämtern Kontakt aufnehmen, damit die ihre pädagogischen Möglichkeiten nutzen und in die Familien gehen können, um die Probleme abzustellen." Auch die Jugendsachbearbeiter der Polizei begreifen Fallaufklärung als eine spezielle Art von Sozialarbeit.

Auf Versäumnisse im Umgang mit Jugendlichen wies Marita Wambach-Schulz hin. Jugendliche wünschten etwa ein Fastfood-Restaurant als eine Art offener Treff. Oder einen Mountainbike-Park. "Und die Jugendlichen verstehen nicht, warum das Freibad nicht wieder geöffnet wird, weil ihnen das niemand erklärt." Die Sozialpädagogin sieht die Chance, bei der Sportbegeisterung vieler Jugendlicher anzuknüpfen. Sie riet der Stadt und den Politikern, auf die Jugend zuzugehen und etwa im Rahmen des Tourismuskonzepts Jugendliche einzubeziehen. Sepp Becker, Vorsitzender des Heimatvereins und früherer stellvertretender Leiter der Betty-Reis-Gesamtschule, machte klar, dass man nicht über den Großteil der friedlichen Jugendlichen spreche. "An den harten Kern, der gewaltbereit ist, an den müssen wir herankommen", sagte er. Gravierenden Straftaten müsse eine zeitnahe Bestrafung folgen. Am wichtigsten sei es jedoch, den Jugendlichen rechtzeitig Perspektiven für die Zukunft zu geben.

Robert Seidl, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat der Stadt Wassenberg, meinte, die richtige Antwort auf die Vorfälle der vergangenen Zeit könne nur ein Streetworker sein.

Quelle: RP

 
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