Hückelhoven: Musealer Blick auf Traditionen
VON DANIELA GIESS - zuletzt aktualisiert: 16.01.2009Hückelhoven (RPO). Schacht 3, die Korbmacher sowie die Mineralien- und Bergbaufreunde stehen für Traditionen in Hückelhoven.
Vielen wissen aber nichts von den entsprechenden Museen, sagt die Stadt. Deshalb hat sie eine Broschüre verteilt.Flechtwaren, Schacht III der stillgelegten Zeche Sophia-Jacoba und die glitzernde Welt der Mineralien: In einer Auflage von 20 000 Exemplaren wurde der Flyer "Museen aus Tradition in Hückelhoven" an alle Haushalte verteilt. Vielen sei gar nicht bewusst, "dass es in unserer Stadt drei traditionelle Museen gibt, die sich mit der Geschichte der Stadt Hückelhoven und ihren Menschen befassen", sagt Bürgermeister Bernd Jansen in seinem Grußwort.
Öffnungszeiten und Preise
Das Hilfarther Korbmachermuseum, das Besucherbergwerk sowie das Mineralien- und Bergbaumuseum bezeichnet der Verwaltungschef als "Erbe unserer Stadt". Auch das Schuhmacherhandwerk sei früher ein wichtiger Erwerbszweig gewesen. Deshalb sei es "erstrebenswert, auch dieses Handwerk in einem Museum zu konservieren.
Lob für die Helfer
Ein Besuch der drei Hückelhovener Museen lohne sich, sagt Bürgermeister Bernd Jansen. Er lobt besonders das Engagement der Vereinsmitglieder: Die Einrichtungen dauerhaft zu erhalten, zu entwickeln und zu betreiben, sei Verdienst der vielen ehrenamtlichen Helfer.
Die farbige Broschüre informiert nicht nur über Öffnungszeiten und Eintrittspreise. Auch die Internetadresse sowie Bewirtungs- und Führungsmöglichkeiten werden dargestellt. So ist zu erfahren, dass ehemalige Korbmacher anno 1999 den Historischen Verein der Rurtal-Korbmacher gründeten. Etwa 40 der insgesamt 100 Mitglieder sind gelernte Korbmacher.
Im ehemaligen Franziskanerinnen-Kloster an der Nohlmannstraße in Hilfarth wollen die Rurtal-Korbmacher ihre alte Handwerkstradition bewahren, dabei auch die alte Flechtkunst an interessierte Besucher weitergeben. Außerdem wird im Museum die Fachzeitschrift "Das Flechtwerk" seit 1950 lückenlos gesammelt.
Anno 1997 starteten die ersten Bemühungen, Schacht 3 trotz Zechen-Aus zu erhalten. Franz-Josef Sonnen, Vorsitzender des Fördervereins Schacht 3, und seine fleißige Rentnerbrigade haben das alte Industriedenkmal wieder auf Vordermann gebracht. Fördergerüst, Schachthalle und Maschinenhaus entwickelten sich schnell zu Besuchermagneten. Vereine, Schulklassen, Seniorengruppen und Fahrradtouristen machen Schacht 3 heute zu ihrem Ausflugsziel. Seit März 2007 gehört der Barbarastollen mit einer 70 Meter langen Strecke und 23 Metern Streb zu den Hauptattraktionen auf dem alten Bergbaugelände.
Bei den Mikroskop-Abenden im Mineralien- und Bergbaumuseum an der Ludovicistraße nehmen Kinder, Jugendliche und Erwachsene die glitzernden Steine unter die Lupe. "Museumsdirektor" Matthias Schmitz und seine Helfer führen Gäste durch die zahlreichen Ausstellungsräume, die in Eigenarbeit in einer ehemaligen Hausmeisterwohnung der Ludovicischule entstanden sind. Führungen werden für bis zu 20 Personen angeboten und dauern ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden.
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