Hückelhoven: Musikalische Team-Arbeit
VON WILLI SPICHARTZ - zuletzt aktualisiert: 12.10.2009 - 14:10Hückelhoven (RPO). Fünf Musikgemeinschaften gestalteten die Auftaktveranstaltung zum Hückelhovener Stadtmusikfest. Das Publikum zeigte sich begeistert. Auszeichnungen gingen an die Musiker Jan Vleugels und Wil Cremers.
Dass die Ex-Bergbaustadt eine echte Musik-Kommune ist, zeigte sich am Freitagabend in der Aula des Gymnasiums. Fünf Musikgemeinschaften gestalteten die 36. Auftaktveranstaltung zum Stadtmusikfest, das seit 1974 ausgerichtet wird. Und der Beifall des aufmerksamen Publikums zeigte: Eine Neuauflage 2010 wird gewünscht. Und dass es auch danach noch gute Musiker geben wird, demonstrierte Moderator "King" Knur mit der Vorstellung des jüngsten Musikers des Abends, Erik Frenken, Schlagzeuger des Instrumentalvereins Hilfarth.
Pop, Swing, Chorlieder, Märsche
Dass das Stadtmusikfest 2009 eigentlich schon am 28. August eröffnet wurde, daran erinnerte Schirmherr Bürgermeister Bernd Jansen: "Hückelhoven rockte in der Schachthalle des Bergbaumuseums." Am Freitag standen eher Pop, Swing, Chorlieder und Märsche auf dem Programm, das das Mandolinenorchester Hilfarth mit Whitney Houstons "One Moment in Time" eröffnete, dem Olympiasong von 1988, wie Co-Moderatorin Karin Knur – wie immer kenntnisreich – referierte. Pop mit Mandolinen, Gitarren und Kontrabass – immer ein besonderes, fast exotisches Vergnügen.
Mit einem "Abba-Mania"-Medley leitete die Mandolinenschar unter Wil Cremers zur Tombola über. Dabei gab es Eintrittskarten zu Musikveranstaltungen in der Aula zu gewinnen, bei den Hauptgewinnen sogar mit einem anschließenden Essen im Hotel am Park.
"Eine weiße Birke" intonierte der Männergesangverein Hückelhoven-Kleingladbach. Ein Stück, dass der Entdecker der Sehnsuchtssängerin Alexandra, Fred Wyrich, dem Berliner Vier-Oktaven-Russen Iwan Rebroff auf den Leib geschrieben hat. Mit "Raspaschol", "Herrlicher Baikal" und "Troikafahrt" blieben die Sänger in der Taiga, assistiert von Mandolinen, Gitarren und Bass, aber ohne Balalaika.
Japanisch, indianisch und Blues
Dann die "Blasmusikvereinigung Hückelhoven", ein in jeder Hinsicht starkes Ensemble aus Teilen des Musikvereins St. Josef Ratheim, dem Instrumentalverein Hilfarth und der Blaskapelle Brachelen unter Jan Vleugels. Man wagte sich an schwierige Stücke absolut verschiedener Stilrichtungen – und gewann auf der ganzen Linie. Japanisch, indianisch, Blues (mit starkem Saxophon-Solo), Reitermarsch – alles forderte schließlich zwei Zugaben heraus. Ein Überraschungseffekt: Bei der Filmmusik zum Monumentalstreifen "Alexander" rollte die Leinwand von der Decke, das Licht erlosch, der Held kam mit Triumphszenen in die Aula.
Stadtmusikbund-Vorsitzender Karl-Heinz Rolfs zeichnete Jan Vleugels und Wil Cremers für die zehnte Teilnahme am Stadtmusikfest aus, hätte sich aber über mehr als die 300 Zuhörer gefreut, zumal der Eintritt frei war. Das Konzert hätte dies allemal verdient.
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