Wegberg: Neuanfang mit Elan
VON ANGELIKA HAHN - zuletzt aktualisiert: 21.08.2007Wegberg (RPO). Neues Kollegium, andere Köpfe in Träger- und Förderverein – nach der Krise startet die Freie Waldorfschule neu durch. Gestern informierte sich Landtagsabgeordnete Ruth Seidl im neuen Domizil der Schule in Dalheim.
Nach Farbe riecht es noch nicht im neuen Domizil der Freien Waldorfschule Kreis Heinsberg in der früheren Sprachförderschule in Dalheim-Rödgen. Das aber wird sich im kommenden Jahr ändern, wenn der Trägerverein im Besitz der Schule und des insgesamt rund 1,5 Hektar großen „Umlandes“ sein wird, das die Stadt verkauft.
Schule im Grünen
„Wir sind froh, dass uns die Stadt für die Grundstücke Ratenzahlung über fünf Jahre gewährt“, sagte Fördervereinsvorsitzender Ralf Bußberg gestern beim Rundgang mit der Landtagsabgeordneten Dr. Ruh Seidl (Grüne) über das künftige Schulgelände, das mit Ausnahme von Turnhalle und Ballspielplatz noch grünes Wiesenland ist. Hier sollen im Laufe der nächsten fünf Jahre zwei neue Schulgebäude für die Primarstufe und die Sekundarstufe II sowie ein Werkstattgebäude für die waldorftypischen handwerklichen Fächer enstehen. Die Turnhalle bekommt einen Anbau für Bühne und kreative Fächer. Mit dem Bau des Primargebäudes soll 2008 begonnen werden. Die heutige Schule wird später für die Sekundarstufe I mit naturwissenschaftlichen Räumen umgebaut.
Walddorfschulen
Freie Waldorfschulen finanzieren sich durch staatliche Zuschüsse und gestaffelte Elternbeiträge. Schüler(innen) durchlaufen ohne Sitzenbleiben zwölf Schuljahre, Zeugnisse sind textliche Beurteilungen ohne Noten.
Ganzheitliches Lernen unter Einbeziehung handwerklicher Tätigkeiten und Kunst kennzeichnet die Pädagogik. Im „Epochenunterrichtet“ unterrichtet der Klassenlehrer in den ersten beiden Schulstunden ein Sachgebiet im Zusammenhang von mehreren Wochen.
Wie Ralf Bußberg ist auch Trägervereins-Vorsitzender Matthias Hoffmann ein neues Gesicht. Nach der tiefgreifenden Krise der Schule im Übergangsdomizil Hückelhoven wurde mit neuen Köpfen ein Neuanfang gemacht. „Das gesamte elfköpfige Lehrerkolegium ist neu und mit Barbara Seefried wurde eine Gründungslehrerin mit 28-jähriger Waldorf-Erfahrung aus Baden-Würrtemberg engagiert. „Wir sind überzeug, dass es mit der der frischen Mannschaft voran geht,“ sagte Stephanie Veile, die als Übergangsgeschäftsführerin und Krisenmanagerin aus dem Rurgebiet geholt wurde, nun aber möglichst bald die Arbeit in neue Hände legen will. Die Ausschreibung für die Geschäftsführerstelle läuft.
„Wir spüren frischen Wind auch bei den Anmeldezahlen“, sagt Bußberg. Dennoch nehme die Schule mit bislang 111 Kindern in allen acht Klassen noch weitere Schüler auf, sagt Hoffmann und verweist auf einen Info-Abend für interessiete Eltern morgen ab 20 Uhr in der Schule.
Dass die Waldorfschule in Dalheim eine Zukunft hat, davon sind die Verantwortlichen überzeugt. Die Finanzierung stehe und die Bezirksregierung habe grünes Licht zum Weitermachen gegeben. Statt eines Investors fand der Verein, wie Matthias Hoffmann erläuterte, in einer antroposophisch ausgerichteten Bank einen Kooperationspartner.
Ergänzung im Schulangebot
Bildungsexpertin Dr. Ruth Seidl sieht die Waldorfschule als gute Ergänzung im Sinne eines differenzierten Schulangebots im Kreis. Da Waldorferziehung grenzüberschreitend denke, passe auch der Standort in Dalheim, nahe dem Kreis Viersen und den Niederlanden, ausgezeichnet.
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