Wegberg: Neue Pläne fürs Kloster
VON MICHAEL HECKERS - zuletzt aktualisiert: 26.10.2007Wegberg (RPO). Die Wegberger Stadtverwaltung schlägt vor, Fraktionen und Standesamt im Kloster unterzubringen. Doch der Auszug der Fraktionen könnte das Aus für das BGZ bedeuten. Der Rat soll am Dienstag entscheiden.
Seit Monaten steht das Wegberger Kloster leer. Die Pfarrgemeinde St. Peter und Paul möchte den Verkauf des stadtbildprägenden Gebäudes verhindern – und hofft auf die Unterstützung der Stadt. Am Dienstag diskutiert der Rat in nichtöffentlicher Sitzung über künftige Nutzungsmöglichkeiten. Die Verwaltung legte den Fraktionen drei Alternativen vor.
Drei Vorschläge
Alternative eins sieht vor, dass die Fraktionsgeschäftsstellen von SPD, FDP und Grüne vom Begegnungszentrum (BGZ), die der CDU von der Bahnhofstraße ins Kloster umziehen. Auch das Standesamt soll in das denkmalgeschützte Gebäude verlegt werden. Der Keller könne von Künstlern genutzt werden.
860 Quadratmeter
Nordflügel und Mittelflügel des Wegberger Klosters bieten insgesamt rund 860 Quadratmeter Nutzfläche. In den genannten Alternativen sind – je nach geplanter Nutzung – Raumaufteilungen von 9 bis 110 Quadratmeter vorgesehen. Das Dachgeschoss bietet rund 150 Quadratmeter Platz und ist entweder als Archivraum für Standesamt und Fraktionen oder als „Künstleretage“ vorgesehen.
Laut Alternative zwei sind künftig das Standesamt, eine Musikschule und eine Fraktion im Kloster untergebracht. Außerdem ist von einer „Künstleretage“ mit mehreren Kunstateliers die Rede.
Die beiden Alternativen sehen für die notwendige Ausstattung städtische Ausgaben in Höhe von 180 000 und 300 000 Euro vor, die sich nach elf bis 20 Jahren – je nach Variante – amortisieren sollen.
Alternative drei ist die Vermarktung des Klosters durch die Kirche. Das hätte die Pfarrgemeinde längst getan, wäre nicht die Stadt auf den Kirchenvorstand zugegangen und hätte Nutzungsalternativen ins Spiel gebracht, wie Joseph Grün vom Kirchenvorstand sagt. Die Pfarrgemeinde steht unter Zugzwang: „Sollte bis Anfang November keine Lösung gefunden worden sein, schalten wir einen Makler ein“, sagt Grün, „wir wollen endlich zu einem Mietvertrag kommen.“
Die künftige Nutzung des Klosters war bereits im nichtöffentlichen Teil der vergangenen Ratssitzung Thema. Weil sich mehrere Fraktionen von den Verwaltungsvorschlägen überrumpelt fühlten, meldeten sie Beratungsbedarf an und vertagten eine Entscheidung.
Sollte der Umzug der Fraktionen ins Kloster beschlossen werden, könnte dies das Aus fürs BGZ, das viele Wegberger Vereine und drei Fraktionen beheimatet, bedeuten. Denn die Mieteinnahmen durch die Fraktionen sind finanzielle Grundlage für einen Förder- oder Trägerverein, der das BGZ zukünftig unterhalten soll. Vereine und Fraktionen treffen sich am 8. November zu einer Informationsveranstaltung.
Auch die Gangelter Einrichtungen Maria Hilf werden mit dem Wegberger Kloster in Verbindung gebracht. Deren Leiter Dieter Erfurth sagt: „Ja, es hat Verhandlungen gegeben.“ Zu einer Einigung sei es nicht gekommen, weil auch die Stadt Wegberg an einer Nutzung interessiert gewesen sei.
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