Wassenberg: Open-Air Gourmet-Tempel
VON KERSTIN DE HAAS - zuletzt aktualisiert: 04.08.2007Wassenberg (RPO). Der 15. Schlemmermarkt Rhein-Maas ist in vollem Gange. Zwei Sterneköche sind dabei und einige Neulinge, Trends wie die „molekulare Küche“ lassen Besucher staunen. Heute Abend wird Reiner Calmund geehrt.
Wenn schwarze Trüffel fast an jeder Ecke zum Greifen nah sind, wenn es vor Wachteln, Jakobsmuscheln und Gänseleber nur so wimmelt, und wenn der Champagner in den Gläsern modisch gestylter Damen um die Wette perlt, dann befindet man sich auf dem Schlemmermarkt Rhein-Maas. Seit Donnerstag ist der Open-Air Gourmet-Tempel im historischen Herzen von Wassenberg wieder geöffnet. Bis Sonntag buhlen Köche und Köstlichkeiten noch um die Gaumengunst tausender Besucher. Nach bewährtem Rezept sind Küchenstars aus der Region dabei, aber auch Schlemmermarkt-Neulinge von nah und fern.
Und wie stets zum Auftakt ließ sich auch an diesem Donnerstag ein Besucher-Phänomen feststellen: Die Stammgäste machen immer erst Halt bei ihrem Lieblingsrestaurant, bevor sie versuchsweise kulinarisch fremdgehen. So standen die Hungrigen bei „Tante Lucie“ schon Schlange, bevor Bürgermeister Manfred Winkens den Schlemmermarkt offiziell eröffnet hatte. Schließlich galt es, die besten Plätze zu sichern. Familie Brunn aus Grambusch hatte es sich in den Korbsesseln von Sternekoch Rainer Hensen aus Randerath gemütlich gemacht. „Mit ihm haben wir schon beim Kochkurs in Südfrankreich zusammen gekocht“, verriet das Familienoberhaupt die innige Beziehung zur Burgstuben-Residenz, während die Gattin vom exzellenten Rehsteak mit Pfifferlingen und Sommergemüse schwärmte und seine Tochter die erste Fischsuppe ihres Gourmetlebens probierte.
Genuss-Termine
Schlemmer-Zeiten Heute ist der Markt von 17 bis 24 Uhr, morgen von 11 bis 22 Uhr geöffnet.
Aktions-Zelt Franz-Josef Stappen aus Korschenbroich-Steinhausen kocht heute, Marcus Schmidt aus Stevenswaert (NL) morgen.
Reiner Calmund erhält heute um 19.30 Uhr die „Goldene Schlemmer-Ente“ für herausragende Verdienste zur Förderung der Ess- und Trinkkultur.
Léa Linster, Vorjahres-Preisträgerin der Schlemmer-Ente und Spitzenköchen aus Luxemburg, kocht morgen von 10-12 Uhr mit Kindern.
Lange Wartezeiten aufs Essen gab es trotz des großen Andrangs nicht. Zügig ging es voran bei den bestens eingespielten Teams. Schließlich sollten an den Tischen noch mehrfach die Gäste wechseln. Und die hatten ihrerseits ein straffes Programm. Denn vom Roßtorplatz führt die Schlemmermeile noch auf den Patersplatz, wo sich die Restaurant- und Wein-Stände um eine große Terrasse gruppieren und Donnerstag und gestern Wolfgang Eickes aus Mönchengladbach Raffiniertes wie Satéspieß vom Kalb aus der Tandoori-Marinade anbot.
Erstmals ist beim 15. Schlemmermarkt auch die kleine Parkfläche jenseits des Patersgrabens Schauplatz für Köche – und sogar einen weiteren Sternekoch: Claudio Urru vom Stuttgarter Flughafen Restaurant „top air“ serviert Tatar vom Wagyu-Rind und Ibericoschwein „Joselito“. Er gehörte zu den „friends“, die der Heinsberger Fleisch-Importeur „Otto-Gourmet“ eingeladen hat, wie auch den amerikanischen Barbeque-King Brian Amorese und den Delikatessen-Großhandel „bosfood“ aus Meerbusch. Hier können die Besucher Kniffe der molekularen Küche aus nächster Nähe sehen: Wenn sich orangefarbener Likör in kleine Kugeln verwandelt, die wie Forellen-Kaviar aussehen.
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