Hückelhoven: Perfekte Show, grandiose Stimmung
VON DOMINIK MERCKS - zuletzt aktualisiert: 20.08.2009Hückelhoven (RPO). "Summertime, and the living is easy", beginnt George Gershwins Welthit – Sommerzeit, und das Leben ist so leicht. Es hätte das Motto sein können zu einem perfekten Sommerabend, den die Bigband der Bundeswehr ihren Zuhörern mitten in Hückelhoven bereitete.
Zwei Stunden lang boten die 21 Musiker und ihr Leiter Christoph Lieder eine fast perfekte Show, reihten Hit an Hit und versetzten das Publikum in Feierlaune. Schon die gigantischen Ausmaße der Bühne und die zahllosen Boxen, Scheinwerfer und Mikrophone konnten beeindrucken – noch beeindruckender war das, was die Bigband aus dem technischen Rahmen machte. Perfekt arrangiert, exzellent abgemischt und von der ersten bis zur letzten Minute gut aufgelegt spielte sich die Band durch Swing, Latin, Rock und Pop. Mehr als 3000 Menschen, so schätzte die Band ihre Zuhörerzahl, waren begeistert.
Das klassische Bigband-Repertoire wurde dabei auf den ersten Block des Programms beschränkt: Mit Swing-Stücken wie "Count Baba" stellte die Band sich und ihre einzelnen Instrumentengruppen musikalisch vor und bewies ihre Jazz-Qualitäten. Danach verwandelte sich die musikalische Truppe schnell von einer Bigband in ein Showorchester: Mit satten Latin-Klängen, Film-Klassikern wie "Moon River" und dem James-Bond-Evergreen "Goldfinger" brachte die Bigband das Publikum in Bewegung. Bei herrlichem Sommerwetter versetzte spätestens der Reggae-Song "I'm Yours" in einem hörenswerten Arrangement Hückelhoven in die Karibik .
Neben der guten Gesamtleistung zeigten immer wieder einzelne Musiker ihr Können: Trompeter Thomas Inderka riss das Publikum mit einem kraftvollen Solo bei Stevie Wonders "Another Star" mit, Gastsängerin Bwalya aus Sambia begeisterte mit ihrer souligen Stimme und Schlagzeuger Ralph Winter sorgte mit einem minutenlangen Alleingang für langanhaltenden Zwischenapplaus. Dass die Technik die musikalische Leistung an einigen Stellen durch ein Übermaß an Effekten etwas in den Hintergrund drängte und sich die Band am Ende des Programms einige stilistische Grenzgänger leistete – der Rock-Song "So What" passte weder zu Sängerin Bwalya noch zum Bigband-Klang – änderte nichts an der grandiosen Stimmung.
Mit einem schwungvollen "Queen"-Medley verabschiedete sich die Band nach zwei Stunden vom Publikum – mit dem Versprechen, irgendwann wieder nach Hückelhoven zu kommen, und mit 11 000 Euro in der Tasche, die das Publikum während der Konzerts für die Hilfsprojekte der Bigband in Afrika gespendet hatte.
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