Wegberg: Ralles bewegender Abschied
VON MARKUS PEGGEN - zuletzt aktualisiert: 12.12.2007Wegberg (RPO). Um genau 20.54 Uhr am Sonntag war es passiert: Ralf Rudnik hatte seine letzten Töne mit einem Gitarren-Solo in der Duisburger Rhein-Ruhr-Halle zelebriert. Dann war das Kapitel „Höhner“ für den Musiker offiziell beendet.
„Zeiger an der Uhr“ war das Stück, mit dem sich der 48-Jährige nach acht gemeinsamen Jahren von der Bühne verabschiedete.
Doch ganz so leicht ließen ihn Band und Fans nicht ziehen: Mit einem übergroßen Foto von Ralle „in action“ und einer goldenen Mini-Gitarre verabschiedeten die Höhner ihrem Gitarristen nach mehr als 2000 Auftritten. In einer bewegenden Ansprache dankte Frontmann Henning Krautmacher dem „super Kollegen“ für die tollen Jahre, begleitet vom schallenden Applaus und vielen „Ralle“-Rufen.
Anschließend griff der sonst eher stumme und zurückhaltende Musiker sogar mal selbst zum Mikrofon, dankte seinerseits und versprach: „Ich bin ja nicht aus der Welt und wohne weiter in Wegberg.“
Dann ging’s runter von der Bühne und direkt in die Arme seiner Claudia. Minutenlang drückte sie ihren Ralle ganz fest und musste sich schließlich doch das ein oder andere Tränchen aus den Augenwinkeln wischen: „Jetzt, wo der Tag gekommen ist, ist es doch ein komisches Gefühl“, sagte sie. Rudnik selbst sah es direkt nach seinem Abgang eher nüchtern: „Das ist wie bei einem schönen traurigen Film, dann ist es nicht so schlimm, jeder Neuanfang hat ein Alt-Ende vor sich, damit muss man umgehen.“
„Wer A sagt, muss auch B sagen, die Weichen waren noch nie so gut wie jetzt.“ Denn Rudnik will im Frühjahr mit einer neuen Band an den Start gehen, internationale Musik, die kölsch und rheinisch klingt machen, zudem wieder verstärkt als Produzent arbeiten, etwa für die Klosterthaler oder Ireen Sheer.
„Es ist wirklich schade“, so Höhner-Gründer und Schlagzeuger Janusz Fröhlich, „aber Reisende soll man nicht aufhalten.“ Henning Krautmacher gab sich sogar ungewohnt wortkarg: „Wir müssen das akzeptieren und hoffen, dass wir ihn gut ersetzt kriegen.“
Im „Kreativ-Team“ wird Rudnik den Höhnern erhalten bleiben, künftig aber eben nicht mehr mit auf der Bühne stehen. Der vorerst allerletzte Termin mit den Höhnern ist die große Weihnachtsfeier am 21. Dezember. Dann werden alle noch mal gemeinsam bei Starkoch Eckart Witzigmann in Köln feiern.
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