Hückelhoven: Rurtal-Korbmacher arbeiten ehrgeizig am künftigen Museum
zuletzt aktualisiert: 18.09.2007Hückelhoven (RPO). Schon von außen geht von dem Gebäude an der Nohlmannstraße 22 in Hilfarth die Aura des Glanzes vergangener Zeiten aus. Ein kleines Metallschild am Eingang weist das stattliche Anwesen mit dem weiß gestrichenen Mauerwerk und den grünen Fensterläden als Denkmal aus. Hinter der Fassade wird für ein großes Ziel gearbeitet. Hier packen ein Verein und seine Helfer an.
Es ist ein ehrgeiziges Projekt, das sich der Historische Verein der Rurtal-Korbmacher in Hilfarth auf die Fahnen geschrieben hat. Hier in der Nohlmannstraße soll künftig die Heimat eines großen Korbmachermuseums sein, des einzigen im weiten Umfeld. In einer der nächsten Sitzungen des Kulturauschusses des Kreistages wird die Förderung dieser privaten musealen Einrichtung beraten.
Auch wenn der Beschluss über die Kreisförderung noch nicht gefasst worden ist, so ließen es sich die Initiatoren nicht nehmen, Landrat Stephan Pusch in das künftige Korbmacher-Museum einzuladen. Und Pusch gab den Hilfarthern keinen Korb. Ihn reizte es aus persönlichem Interesse, einmal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Vorsitzender Friedel Fell und seine Mitstreiter von den „Rurtal-Korbmachern“ hießen den Gast willkommen und ermöglichten eine Baustellenbesichtigung aus erster Hand.
Das Korbmacherhandwerk ist eines der ältesten Handwerke in dieser Region und im Rurtal sogar eines der bedeutendsten, wenn nicht sogar einst das bedeutendste. Denn bis zum Siegeszug des Kunststoffs waren Korbwaren gefragt. Die Produktion in Orten wie Hilfarth war enorm, denn nicht nur der örtliche Bedarf wurde hier gedeckt. Große Teile der Produktion wurden überregional verkauft. Heute gilt es jedoch, das einst die Region prägende Handwerk vor dem Aussterben zu bewahren. Das ist die Motivation, die den Verein in Hilfarth antreibt.
Froh sind die Hilfarther, dass man das ehemalige Kloster und danach als landwirtschaftliches Anwesen genutzte Gebäude von der Pfarrgemeinde mieten konnte. Die rund 100 Mitglieder haben das Haus renoviert, nun sind Hof, Scheunen und Garten an der Reihe. Dann gilt es noch, das Museum einzurichten. Alle Facetten des Korbmacherhandwerks sollen beleuchtet werden.
Der Landrat zeigte sich beeindruckt. Ohne der Entscheidung des Kulturausschusses vorgreifen zu wollen, signalisierte er den Rurtal-Korbmachern, das Projekt wohlwollend zu verfolgen. Denn eines steht auch für den Landrat fest: In Hilfarth lebte seinerzeit mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der Korbmacherei. Das Korbmacherhandwerk ist ein Teil der Ortsgeschichte, ein Teil der Geschichte des Rurtals, der bewahrt werden muss.
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