Hückelhoven: Schlafende Schöne erweckt
VON STEFAN CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 15.03.2008Hückelhoven (RPO). Hückelhoven ist um eine Attraktion reicher, die vor allem die Lebensqualität in der Stadt heben soll: Die Millicher Halde, „Schlafende Schöne“ genannt, ist ein Naherholungsgebiet mit atemberaubenden Ausblick.
Einige kamen schnaufend an, weil sie gerade 406 Treppenstufen unter sich gelassen hatten, andere entspannt nach einer knapp zwei Kilometer langen Wanderung, wieder andere ganz bequem mit dem Shuttle-Bus – aber eines hatten alle gemeinsam: Die Begeisterung über den eindrucksvollen Blick vom „Gipfel“ der Millicher Halde aus. Sie wurde gestern offiziell als Naherholungsgebiet eröffnet.
Schon seit einigen Jahren hatte es Pläne gegeben, dieses Naherholungsgebiet zu schaffen, nachdem sich Hückelhoven zur Einkaufsstadt entwickelt hat, aber im Freizeitbereich noch Defizite aufwies. Die sollten ausgebügelt werden, um die Lebensqualität in der Stadt zu steigern. Im vergangenen Jahr gelang es, die Finanzierung des 400 000 Euro-Projektes mit Hilfe der EU, des Landes und Kreises auf die Beine zu stellen. Ab heute soll die Halde samt Himmelstreppe und frei hängender Aussichtsplattform in rund 70 Meter Höhe nicht nur für die Hückelhovener zu einer Attraktion werden.
Ins rechte Licht rücken
Noch fehlen der Himmelstreppe die geplanten Lichtsteelen, die sie von weitem sichtbar machen soll. Aber auch die sollen bald an ihrem Platz stehen und für eine eindrucksvolle Illumination sorgen. Eine Idee ist, die Lichtsteelen im Rahmen der Hückelhovener Pfingstkirmes zum ersten Mal einzuschalten.
Vision verwirklicht
Viele Besucher Hückelhovens werden Bürgermeister Bernd Jansen Recht geben, wenn er sagt, dass die Stadt viele Facetten habe. Eine, die vielleicht am wenigsten wahrgenommen worden sei, „war die Halde mitten in der Stadt“. Als „Schlafende Schöne“ bezeichneten deshalb die Planer Joachim Schelle und seine Tochter Marie-Caroline die Halde.
Die Vision, die „Schlafende Schöne“ zu wecken und sie zu einem attraktiven Ausflugsziel zu gestalten, sei nun Wirklichkeit geworden, sagte der Verwaltungschef. Dort, wo einst eine Abraumhalde der ehemaligen Zeche ohne jeglichen Nutzen gelegen habe, sei nun ein imposantes Aushängeschild der Stadt entstanden: „Genießen Sie Ruhe, Freizeit, Erholung und einen wahnsinnigen 360-Grad-Blick“, rief Jansen von der Himmelstreppe aus den Besuchern der Eröffnungsfeier zu.
Zu denen gehörte auch Landrat Stephan Pusch, der sich nicht nur vom Ausblick überwältigt zeigte: Dies werde sicher nicht nur eine Attraktion für die Hückelhovener, sondern für alle Menschen im Kreis Heinsberg und auch für Touristen sein.
Auch die Sportler haben die Halde bereits für sich entdeckt. So kamen Läufer und Nordic-Walker des TuS Jahn Hilfarth und des Leichtathletikvereins (LAV) Hückelhoven den Wanderweg hoch zur Eröffnung. Der LAV hat bereits den ersten Wasserwerkslauf an der Himmelsleiter geplant.
Auch für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, wird die Halde bald erschlossen: Die Gästeführerin-Organisation Westblicke will Touren mit Fahrmöglichkeiten auf die Halde anbieten.
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