Hückelhoven: Schlafende Schöne wecken
VON STEFAN CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 22.03.2007Hückelhoven (RPO). In 70 Metern Höhe den freien Blick über die Bördenlandschaft bis hin zu Eifel und zum Hohen Venn genießen. Das ist nächstes Jahr möglich: Hückelhoven öffnet die Millicher Halde als Naherholungsgebiet.
Beleuchtung möglich
Das Tüpfelchen auf dem „i“ bei der Umgestaltung der Millicher Halde wäre wohl eine Beleuchtung der Himmelsleiter bei Dunkelheit. Machbar ist es wie, Planer Joachim Scheller erläuterte und mit einer Grafik auch zeigte. Eine LED-Beleuchtung könne in den Handläufen installiert werden. Das kostet aber alles in allem etwa 42 000 Euro.
Die Hückelhovener beschlossen, sich die Möglichkeit zur Beleuchtung offen zu halten.
Jetzt scheint es die Stadt endlich zu schaffen: Der seit Jahren bestehende Wunsch, die Millicher Halde zu öffnen und zu einem Naherholungsgebiet zu machen, soll noch in diesem Jahr Wirklichkeit werden. Möglich machen es ein EU-Projekt, Landes- und Kreiszuschüsse, die 75 Prozent der Kosten in Höhe von rund 380 000 Euro decken.
Oben wartet die „Himmelstreppe“
Seit langem begleitet die Planungsgruppe Scheller die Überlegungen zur Umgestaltung der Halde und präsentierte auch jetzt im Bauausschuss erneut ihre Entwürfe. Diesmal etwas abgespeckter, was nötig war, um im finanziellen Rahmen zu bleiben und den Anforderungen der Zuschussgeber zu genügen. Trotzdem: Mit relativ einfachen Mitteln soll den Hückelhovenern und ihren Besuchern stadtnah ein faszinierendes Naherholungsgebiet geschaffen werden. Ein Highlight dabei ist die „Himmeltreppe“, die auf dem Gipfel frei schwebend in einer Aussichtsplattform mündet. Horizont, Weite und Ferne werden für die Besucher zu einem echten Erlebnis werden, versprach Joachim Scheller. Neben dem Rurtal stellen weitere Bergehalden des Aachener Steinkohlereviers sowie bei guter Fernsicht auch die Eifel und das Hohe Venn ein unvergleichliches Panorama dar, sagte der Planer. Am Fuß der Himmeltreppe werden die Besucher an einem Informationspavillon Interessantes über die Bergbaugeschichte Hückelhovens erfahren.
Und wie kommt der Spaziergänger auf den etwa 70 Meter hohen Gipfel? Dafür gibt es zwei Varianten: Einmal über das bestehende Wegenetz, das am Millicher Sportplatz beginnt, oder aber – das ist die sportliche Variante – über eine neue 110 Meter lange Treppenanlage. Zu ihr gelangt der Besucher über eine neue Zufahrt mit Parkplatz westlich des Kreisverkehrs L 117 / Jülicher Straße. Beim Aufstieg können die Wanderer auf kleinen Plätzen mit Bänken, so genannten Aussichtskanzeln, eine Pause einlegen.
Die Öffnung der Millicher Halde für Besucher „erweckt eine schlafende Schöne“ und führe den Nutzer auf einfachen Strukturen zu einem uneingeschränkten Erlebnis der Sinneserfahrung, fasste Scheller zusammen. Der Ausschuss war einverstanden, diese „schlafende Schöne“ zu wecken, und zwar möglichst bald, denn bis zum nächsten Frühjahr soll das Projekt fertig sein. Lediglich die Bürgerpartei stimmte dagegen; sie meinte, Hückelhoven könne sich das Projekt finanziell nicht erlauben. Aus den Reihen der CDU kam eine Gegenstimme vom Millicher Andreas Schmitt.
Die Überlegungen der Verwaltung gehen schon weiter, wie Erster Beigeordneter Helmut Holländer deutlich machte: Ziel müsse es sein, eine direkte Anbindung der Innenstadt zu erreichen. Diese Anbindung ist planerisch bereits mit einer Brücke über die noch zu bauende neue L 117 berücksichtigt.
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