Hückelhoven: Schlagabtausch im Rathaus
VON STEFAN CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 12.12.2008Hückelhoven (RPO). Der Hückelhovener Rat hat den Haushalt für das kommende Jahr verabschiedet. Bis es dazu kam, nutzten die Parteien die Gelegenheit, den politischen Gegner wortreich anzugreifen. Ein Thema war erneut die Grillhütte am Ratheimer Adolfosee und das Haus der Begegnung.
Die Verabschiedung des Haushalts stand auf der Tagesordnung der letzten Ratssitzung in diesem Jahr – was sich so nüchtern anhört, wird traditionell zum Anlass genommen, dem politischen Gegner die Meinung zu sagen: Showdown im Rathaus mit dem Wort als Waffe.
Unabwägbare Folgen der Krise
Wer die meisten Sitze im Rat hat, darf den Reigen der Reden eröffnen. Also war es an Heinz-Josef Kreutzer für die CDU ans Rednerpult zu treten. Nach einem Blick über den Tellerrand auf die weltweite Finanzkrise, die unabwägbar mache, was in den nächsten Jahren auch auf Hückelhoven zukommen könnte, nahm er die SPD ins Visier. Thema war aus aktuellem Anlass die Diskussion um die Grillhütte am Adolfosee. 20 Vereine hätten dies in Ratheim besprochen, 16 hätten für den Bau votiert, zwei sich enthalten, zwei seien dagegen gewesen. Trotzdem sei die SPD gegen das Vorhaben und habe nicht erkannt, wann es an der Zeit sei, einen politischen Fehler einzugestehen. Sie verfolge eine Politik, die an den Bürgern vorbeigehe. Deswegen sitze sie nach zwei Wahlperioden nur noch mit zwölf statt mit damals 22 Leuten im Rat.
Die Abstimmung
Für den Haushalt stimmte die CDU mit ihrer absoluten Mehrheit. Ihr schloss sich Hans Fischer an. Dagegen votierten die SPD, die Bürgerpartei und die Grünen.
Willi Spichartz konterte für die SPD, dass die Grillhütte eine unausgegorene Planung sei, deren Zielsetzung nicht im öffentlichen Interesse liege. Die dafür vorgesehenen 210 000 Euro sollten jetzt für das Haus der Begegnung (HdB) eingeplant werden, die finanziellen Unwägbarkeiten der Zukunft duldeten keinen Aufschub. Man setze bewusst das HdB gegen die „Datscha am See“.
In den Zankapfel der beiden großen Fraktionen bissen die übrigen nicht. So beschäftigte sich Jochen Frickinger (Bürgerpartei) mit der Verschuldung der Stadt und forderte mehr Sparsamkeit, beispielsweise sei die„Himmelstreppe“ auf der Millicher Halde unnötig gewesen. So lange die Mehrheit einer ungehemmten Ausgaben- und Verschuldungswut fröne, könne man dem Haushalt nicht zustimmen.
Für die Grünen wiederholte Dr. Henning Herzberg die Forderung nach einer weiteren Gesamtschule und kritisierte die Streichung von zehn Klassen beim Neubau der Ratheimer Realschule, denn hier könne eine Gesamtschule angesiedelt werden. Die Grünen lehnten den Haushalt wegen Geldverschwendung ab, sagte Herzberg und nannte als Beispiele die Kostensteigerung beim Schulzentrum Ratheim und die Umwandlung des alten Friedhofs an der Parkhofstraße in eine Grünanlage.
Ein Ja zum Haushalt gab es vom „Solo-Kämpfer“ Hans Fischer, früher FDP, künftig UWG. Er forderte, sich künftig intensiver um die Sportstätten zu kümmern. Gerade die Laufbahn im Glück-auf-Stadion sei dringend sanierungsbedürftig.
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