Hückelhoven: Schulausschuss sagt Nein zur Gesamtschule
zuletzt aktualisiert: 07.03.2008Hückelhoven (RPO). Ausgiebig diskutierte der Schulausschuss jetzt das Thema Gesamtschule. Mit dem Ergebnis: Das Thema ist zumindest in Hückelhoven vom Tisch.
Vor der Abstimmung hatte Beigeordneter Helmut Holländer deutlich gemacht, dass durch die vorhandenen Gesamtschulen in Wassenberg und Geilenkirchen der Bedarf auch für Hückelhovener Schüler abgedeckt sei. Für das Schuljahr 2007/2008 seien 64 Mädchen und Jungen aus der ehemaligen Zechenstadt nicht angenommen worden, für das Schuljahr 2008/2009 wurden 46 Schüler abgewiesen.
Gefahr für bestehende Schulen
Dabei, so sagte Holländer, handele es sich überwiegend um Schüler mit einer Empfehlung der Grundschulen für die Hauptschule. Da aber die zuständige Obere Schulbehörde vor der Genehmigung einer neuen Gesamtschule prüfe, ob eine angemessene Heterogenität – je ein Drittel Anteil Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten – zu erreichen sei, ist es laut Holländer schlecht bestellt um eine Gesamtschule in Hückelhoven.
Eine Gesamtschule in der Stadt hätte nach Meinung der Verwaltung in jedem Fall Auswirkungen auf Schulen in den Nachbarstädten. Zudem sei die Konsequenz, dass neben den Hauptschulen In der Schlee und Ratheim auch Realschule und Gymnasium zwangsläufig Schüler verlören. Dies habe dann „erhebliche Auswirkungen auf die Attraktivität dieser Schulen“. Weniger Schüler hätten weniger Lehrerzuweisungen und somit ein verringertes Angebot zur Folge, sagte die Verwaltung.
Die CDU-Fraktion lehnte die Einrichtung einer Gesamtschule, wie sie im Grünen-Antrag für das Schulzentrum in Ratheim gefordert worden war, deutlich ab. Fraktionschef Heinz-Josef Kreutzer verwies auf das Bauprogramm, mit dem seit 1999 die weiterführenden Schulen in der Stadt modernisiert und ausgebaut würden. Auf diese Weise solle die Attraktivität dieser Schulen gesteigert werden. Mit einer Gesamtschule werde dieses Vorhaben konterkariert. Einige Schulen würden sogar in ihrem Bestand gefährdet, sah Kreutzer voraus.
„Für Hückelhoven allein macht eine Gesamtschule keinen Sinn“, sagte Bürgermeister Bernd Jansen. Einig war man sich, dass es sinnvoll wäre, einen gemeinsamer Schulentwicklungsplan mit den Nachbarkommunen zu erstellen. Ziel solle dabei sein zu klären, ob Bedarf für eine weitere Gesamtschule im Kreis Heinsberg gegeben sei.
Grüne: Einseitig informiert
Für die Bündnisgrünen monierte Brigitte Brenner, dass bei dem vorangegangenen Workshop „nicht ein einziger unabhängiger Experte“ anwesend gewesen sei. „Da ist massiv einseitig gearbeitet worden“, kritisierte Brenner.
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