Wegberg: Starthilfe für Ladenlokale
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 26.11.2008Wegberg (RPO). Ein neuer Flyer soll Geschäftsleute in die Innenstadt locken. Er wirbt mit der Kaufkraft der Einwohner und nennt Ansprechpartner und Starthilfen für Existenzgründer. Dazu zählt auch eine Mietreduzierung für die ersten Monate.
Horrende Mieten, Banken, die für neue Ideen kein Geld geben und unattraktive Ladenlokale, in denen ein Unternehmer nichts Gescheites anbieten kann. Wenn es nach Bürgermeisterin Hedwig Klein geht, sind all das Etiketten mit denen die Wegberger Innenstadt zu Unrecht behaftet ist. Mit einem Flyer, den Mitglieder der Projektgruppe „Branchenmanagement“ gestern vorgestellt haben, will Klein mit den Klischees aufräumen und Unternehmer in die Innenstadt locken. „Unser erklärtes Ziel ist, die Leerstände auf Null zu reduzieren“, sagte die Bürgermeisterin.
Noch acht Leerstände
Die Broschüre soll ein Wegweiser zur Geschäftsgründung oder -verlagerung nach Wegberg sein und an Steuer- und Unternehmensberater sowie Einzelhandelsverbände in der näheren Umgebung wie Aachen oder Mönchengladbach verteilt werden. „Wir wollen deutlich machen: Die Ampeln stehen auf Grün, Unternehmer haben bei uns nicht mit Rotphasen zu rechnen“, erklärte Theo Schmitz von der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) das Logo, eine grüne Ampel.
Einheitliches Layout
Der Flyer „Starthilfe“ für unternehmerische Ideen in Wegberg ist der erste in einer neuen Reihe, die auf Corporate Design, ein wiedererkennbares Aussehen setzt.
Am oberen Rand sind blaue, grüne und gelbe Streifen in Anlehnung an Logo und Wappen der Stadt.
Am rechten Rand signalisiert ein Farbstreifen die Zugehörigkeit zu einem Themengebiet, wie zum Beispiel Orange für Wirtschaft.
In knapper Form fasst der Flyer zusammen, an wen sich Unternehmer wenden können, was sie in Wegberg erwartet und welche Branchen noch fehlen. Die Leerstände in der Innenstadt beziffert Hedwig Klein derzeit auf acht Geschäfte, vor Gründung der Projektgruppe waren es noch 21. Dieser Erfolg sei nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass sich etwas an der Einstellung der Vermieter verändert habe. Für die ersten Monate bieten sie so zum Beispiel den Existenzgründern an, die Miete zu reduzieren oder zu staffeln. „Teilweise denken Vermieter sogar dauerhaft über Mieten von fünf Euro nach“, sagte Schmitz. Die Verwaltung will den Unternehmern unter anderem mit kurzen Bearbeitungszeiten und Hilfe bei der Antragsstellung unter die Arme greifen.
Als Partner für die Finanzierung neuer Geschäftsideen stellen sich in dem Flyer Kreissparkasse und Volksbank vor. Peter Hanf (Kreissparkasse): „Dabei richten wir uns vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen. Sie sind die Lokomotive unserer Wirtschaft.“
Die Initiatoren des Flyers sind überzeugt, dass ihre Arbeit schon bald Früchte tragen wird. Es habe bereits Anfragen aus Viersen und Krefeld gegeben. Die Finanzkrise stehe der Belebung der Innenstadt nicht im Weg. Bürgermeisterin Klein: „Oft gibt es in der Krise sogar eine größere Bereitschaft, sich selbstständig zu machen und Dinge in die eigene Hand zu nehmen.“
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