Hückelhoven: Stich in den Rücken war tödlich
VON DANIELA GIESS UND MICHAEL HECKERS - zuletzt aktualisiert: 26.03.2008Hückelhoven (RPO). Die nach der Bluttat in Schaufenberg festgenommenen Brüder stammen aus dem Hückelhovener Stadtgebiet. Sie sind 14 und 16 Jahre alt, die verdächtigen Mädchen 15. Rentner wollen sie vor der Tat beobachtet haben.
Fassungslosigkeit herrscht in der Region über das jugendliche Alter der mutmaßlichen Täter, die am Gründonnerstag einen 54-Jährigen auf dem Friedhofsparkplatz in Schaufenberg niedergestochen und tödlich verletzt haben sollen. Die in Paris festgenommenen beiden Brüder aus dem Hückelhovener Stadtgebiet sind 14 und 16 Jahre alt, die beiden Mädchen 15. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft gestern.
Die Tatverdächtigen, die mit dem silbergrauen VW Golf des Opfers nach Paris flüchteten, seien der französischen Polizei wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis aufgefallen. „Möglicherweise wegen ihres jugendlichen Aussehens“, sagte Staatsanwalt Stefan Lingens. Wann die Verdächtigen an die deutschen Behörden übergeben werden, sei noch unklar.
Der Haftbefehl lautet auf gemeinschaftlichen Mord in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge. Parallel zum Auslieferungsgesuch bemüht sich die Staatsanwaltschaft um das Einverständnis der französischen Behörden, die mutmaßlichen Täter in Paris im Beisein von deutschen Polizeibeamten verhören zu lassen.
Laut Obduktionsergebnis hat ein Messerstich in den Rücken den Tod des 54-Jährigen verursacht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft weise der Leichnam noch weitere Verletzungen aus, unter anderem im Kopfbereich.
Vier Jugendliche beobachtet
Schneeregen gestern am Tag fünf nach der Bluttat von Schaufenberg. Nur wenige Friedhofsbesucher und Spaziergänger wagen sich bei der Kälte über die Autobahnbrücke zum Friedhof. Bei Wind und Wetter sind Heinrich S. (78), Erich R. (80), Josef S. (72) und Wilhelm H. (79) unterwegs. Fast jeden Tag dreht das Ratheimer Rentner-Quartett seine Runde am Schaufenberger Friedhof vorbei. Und machte am Gründonnerstag eine unheimliche Beobachtung:
„Vier Jugendliche haben wir etwa zehn Minuten vor der Tat auf dem Parkplatz gesehen“, erinnert sich Heinrich S. Geraucht hätten die zwei Jungen und die beiden Mädchen. Ihre Jacken seien hochgeschlagen gewesen. Als sich die Rentner näherten, hätten sich die Jugendlichen schnell in Richtung Feld entfernt.
Angst haben die Senioren trotzdem nicht. Den täglichen Spaziergang am Friedhof lassen sie sich auch jetzt nicht nehmen. „Wir sind ja zu viert. Alleine geht jetzt natürlich keiner von uns“, sagt Erich R. Und: „Hier ist doch noch nie was passiert.“ Der Parkplatz am Schaufenberger Friedhof sei schon lange Zeit ein Treffpunkt für Jugendliche. „Junge Leute mit Autos sieht man hier oft.“
Bis zu zehn Jahre Haft
Sollten sich die Vorwürfe gegen die vier 14, 15 und 16 Jahre alten Jugendlichen bestätigen, drohen ihnen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach bei der Verurteilung bis zu zehn Jahre Jugendhaft.
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