Wegberg: Strom sparen mit Gütesiegel
VON MICHAEL HECKERS - zuletzt aktualisiert: 05.09.2008Wegberg (RPO). Die Stadt Wegberg will Energie sparen, um Kosten für Strom und Gas im Zaum zu halten. Die Teilnahme am European Energy Award soll weniger Verbrauch und besseren Klimaschutz garantieren.
Die Stadt Wegberg soll sich am so genannten European Energy Award beteiligen. Diese einstimmige Empfehlung gab der Ausschuss für Städtebau, Umwelt und Verkehr dem Rat. Damit sollen langfristig die Umwelt geschont und Energiekosten gespart werden. Zunächst bedeutet die Teilnahme am Gütesiegel European Energy Award (EEA) eine städtische Investition von rund 10.000 Euro.
Viele Projekte umgesetzt
Technischer Beigeordneter Rudolf Fabry wies bei der Sitzung des Umweltaussschusses darauf hin, dass in den vergangenen Jahren bereits viele Projekte zum Schutze der Umwelt umgesetzt worden seien.
So würden das im Faulturm der Wegberger Kläranlage erzeugte Gas zur Heizzwecken und Erzeugung von Strom sowie die Solaranlage auf der Dreifachsporthalle im Schul- und Sportzentrum zur Wasseraufbereitung genutzt. Außerdem werde die Grundschule in Arsbeck umweltschonend mit einer Geothermieanlage beheizt.
European Energy Award
Der European Energy Award (EEA) ist das Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, mit dem die Klimaschutzaktivitäten der Kommune erfasst, bewertet, geplant, gesteuert und überprüft werden. Ziel ist es, Potenziale des Klimaschutzes entdecken und nutzen zu können. Das wichtigste Werkzeug des EEA-Programms ist der EEA-Maßnahmenkatalog. Das Energieteam der Stadt wird durch einen EEA-Berater unterstützt.
Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Baubetriebshofs habe bislang 44.170 kWh Strom produziert, was einer CO2-Einsparung von 27,55 Tonnen entspreche.
Die Verwaltung sieht aber nach eigenen Angaben weitere Energieeinsparpotenziale in der Stadt. Dies besonders vor dem Hintergrund, dass weiterhin mit steigenden Energiepreisen zu rechnen sei. Die Teilnahme am European Energy Award bietet sich nach Ansicht der Verwaltung vor allem deshalb an, weil mit dem Gütesiegel eine umfassende Ist-Analyse mit entsprechender Bewertung und Handlungsempfehlungen nach dem Managementzyklus „Analysieren – Planen – Durchführen – Prüfen – Anpassen“ erfolgten.
Laut Verwaltung kostet die Teilnahme am European Energy Award 30.000 Euro. Die Kosten entstünden hauptsächlich durch die Honorierung eines Energieberaters, der den gesamten Prozess begleitet. Zwei Drittel der Summe würden vom Land NRW gefördert, so dass die Stadt Wegberg rund 10 000 Euro über einen Zeitraum von vier Jahren (jährlich 2500 Euro) aufbringen müsste.
Einstimmiger Beschluss
Nach den Ausführungen der Verwaltung brauchten die Ratsfraktionen nicht lange zu diskutieren, um den Beschlussvorschlag der Verwaltung einstimmig zu unterstützen: „Machen!“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Reinhold Pillich mit Hinweis auf die „überschaubaren Kosten“.
Die übrigen Fraktionen schlossen sich dieser Ansicht an, auch wenn SPD-Fraktionsvorsitzender Harald Kersten zuvor bemerkt hatte: „So etwas fordern wir seit 30 Jahren. Es ist auch nichts anderes, als es ohnehin im umweltpolitischen Aktionsprogramm Agenda 21 schon geschrieben steht.“
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