Hückelhoven: Tony Marshall und der Meister der Panflöte
VON DANIELA GIESS - zuletzt aktualisiert: 25.03.2008Hückelhoven (RPO). Klar, seine „Schöne Maid“ hat er mitgebracht. Und auch „Bora Bora“, den Hit, der ihm die Ehrenbürgerschaft der gleichnamigen Insel einbrachte, darf nicht fehlen. Tony Marshall, vor kurzem 70 geworden, beweist bei der Gala der Volksmusik im Hilfarther Festsaal Sodekamp-Dohmen, dass er fit ist wie ein Turnschuh.
Als Milchmann Tevje
Seine Fans, die meisten im gesetzteren Alter, himmeln ihn an, wenn er in seiner Paraderolle als Milchmann Tevje aus dem Erfolgsmusical „Anatevka“ „Wenn ich einmal reich wär’“ anstimmt. Wenn er sich aus der ersten Reihe ein Bier auf die Bühne reichen lässt, um auf Ostern anzustoßen.
Der Saal ist gut gefüllt, viele möchten den Ostersonntag zusammen mit Panflötenspieler Edward Simoni, Schlagersängerin Sonja Christin, der Züricher Jodlerin Vreni Magreiter und den zünftigen Mayrhofnern verbringen. Trotz Erkältung ist auch Schlagersänger Oliver Thomas eigens aus dem Schwarzwald angereist. „Ich bin ein bisschen krank“, verrät der blonde 31-Jährige. „Zu Hause bleiben“ hat der Arzt empfohlen. „Aber ich muss auf die Bühne. Das ist die beste Medizin“, gesteht der Sänger. Um dann „das Lied, das ich beim Florian Silbereisen gesungen hab’“, anzustimmen: „Ein Wahnsinns-Glücksgefühl.“
Ein Wahnsinns-Glücksgefühl empfinden die meisten Konzertbesucher nicht, als sie von Tourneeveranstalter Peter Feller erfahren, dass sie auf Die Feldberger und Hansy Vogt als Frau Wäber verzichten müssen. Was keiner im Publikum weiß: Hinter den Kulissen hat es kräftig gekracht, Feller hat Vogt mit seinen Feldbergern kurzerhand rausgeschmissen, den Vertrag gekündigt. Seit Januar liegen sie im Clinch. Feller wirft ihnen vor, ein Lied („Klingende Bergweihnacht“), an dem er die Rechte besitze, gestohlen und zu eigenen Zwecken genutzt zu haben. Als Ersatz ist Frank Raimund da. Der bayrische Parodist kommt an mit Rex Gildos „Fiesta Mexicana“ und den schönsten Melodien der Wildecker Herzbuben, für deren Interpretation er eigens eine rote Weste aufpumpt. Fotos, Autogramme, einige persönliche Worte – bei Sodekamp kann man mit den Stars auf Tuchfühlung gehen. „Ich hoffe, wir sehen uns in der Pause“, stellt Oliver Thomas seinem Publikum in Aussicht. Und er will wiederkommen: „Hier ist das Wetter schöner.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



