Wegberg: Treffpunkt "Samocca"
VON NICOLE PETERS - zuletzt aktualisiert: 03.09.2010Wegberg (RPO). Nach einer mehrwöchigen Testphase eröffnete die Lebenshilfe Heinsberg gestern offiziell das Café "Samocca". Ab sofort ist in der Wegberger Mühle auch der Touristen-Informationspunkt der Stadt Wegberg zu finden.
Dass die Luftpumpe der von der Lebenshilfe Heinsberg gespendeten kleinen Fahrradstation an der Wegberger Mühle künftig in Notfällen aller Art helfen wird, stellte Bürgermeister Reinhold Pillich scherzend fest. Er holte sich gestern beim Team des Cafés "Samocca" die Erlaubnis ein, sich mit ihr behelfen zu dürfen, falls den Verwaltungsleuten im Rathaus mal die Luft ausginge.
Infos für Wanderer und Radfahrer
Neben der Pumpe beinhaltet die hölzerne Station Flickzeug und Werkzeuge und wird zukünftig im Eingangsbereich des Cafés "Samocca" in der Wegberger Mühle zu finden sein. Sie ergänzt damit auf sehr praktische Weise den Touristen Informations-Punkt der Stadt, der ebenso wie das Café selbst an diesem Tag offiziell in Betrieb genommen wurde. Dort liegen Prospekte und Informationsmaterial für Wanderer und Radfahrer bereit, das Serviceteam kann über touristische Ziele Auskunft geben.
Samocca
Personal Anneliese Baltes (Leiterin), fünf Mitarbeiter mit und fünf ohne Behinderung
Betreiber Lebenshilfe HeinsbergKultur Johannes Donner stellt aus
Öffnungszeiten montags bis freitags 9 bis 18 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr, sonntags 9 bis 18 Uhr
Kontakt Rathausplatz 1, % 02434 9930786, samocca@lebenshilfe-heinsberg.de
Eine erfolgreich absolvierte Testphase bescheinigte Pillich Café-Leiterin Anneliese Baltes. Mehrere Wochen hatten die fünf behinderten und fünf nicht behinderten Angestellten feinste Kaffee-Sorten, Kuchen und leichte Mittagsmahlzeiten verkauft und eine sehr positive Resonanz erfahren. "Viel Hingabe und Herzblut" hätten sie in den Betrieb gesteckt und "ein Kleinod geschaffen, das sich in Zukunft weiter entwickeln wird", sagte er. Das "Samocca" sei gut für die Behinderten und positiv für die Stadt, da der rechte Teil der Mühle so gastronomisch und kulturell genutzt werden könnte. Mit einem Bild als Geschenk an die Lebenshilfe, das die Mühle mit Blick aus dem Rathaus zeigt, unterstrich Pillich die langjährige Verbundenheit der Stadt zum Verein. Edgar Johnen von der Lebenshilfe bestätigte die gute Zusammenarbeit und betonte, dass der Verein mit dem Café Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung schaffen wolle. "Etwa 1000 Behinderte arbeiten bereits in unserer Werkstatt in Erkelenz", sagte er, "und die Entwicklung geht zunehmend auch zur integrativen, inklusiven Arbeitsweise." So sei das "Samocca" für diese Menschen eine Möglichkeit, andere Arbeitsfelder zu testen und an einem Außenarbeitsplatz tätig zu sein. Geplant sei, 2011 ein weiteres Café in Übach-Palenberg einzurichten. Dann soll der Kaffee in Eigenregie geröstet werden.
Interne Schulung im Vorfeld
Auf eine pädagogische Besonderheit des gemeinnützigen Betriebes in Wegberg wies Lebenshilfe-Pressesprecher Michael Kleinen hin: "Die behinderten Angestellten durchlaufen im Vorfeld ihrer Tätigkeit eine interne Schulung im Gastronomiebereich. So können sie im Anschluss alles selber machen." Auch sollen Papieruntersetzer mit Sortenhinweisen und Bestellblöcke für die Kunden ihnen die Arbeit in Zukunft erleichtern.
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