Hückelhoven: Unternehmerinnen als Stars
VON WILLI SPICHARTZ - zuletzt aktualisiert: 23.06.2008Hückelhoven (RPO). Großartig gelungen ist 100 Geschäftsfrauen aus dem gesamten Kreisgebiet der Ausflug ins Bühnenfach. Vor den Augen des Autors Rolf Zuckowski spielten sie das Musical „Der kleine Tag“ – und ernteten viel Applaus und Begeisterung vom Hückelhovener Publikum.
Standing Ovations waren der Lohn für sechs Monate Proben, Lohn für (fast) 100-Frauen-Power: Die Aufführung des Musicals „Der kleine Tag“ in der Aula Hückelhoven wurde für die fast 100 Unternehmerinnen als Bühnenakteurinnen zum großen Abend. Kompetentester Fan in der ersten Reihe: Rolf Zuckowski, Liedermacher und einer der drei Autoren des Stücks. Und der geizte nicht mit Szenenapplaus für die bunte Truppe, die in Vollzahl kaum einen Quadratmeter der Aula-Bühne frei ließ. Ebenfalls begeistert waren Landrat Stephan Pusch, Hückelhovens stellvertretender Bürgermeister Dieter Geitner und die Landtagsabgeordneten Ulla Meurer (SPD) und Dr. Ruth Seidl (Grüne), die dem Ergebnis eines ehrgeizigen Projekts beiwohnten.
Info im Internet
Informationen über das Projekt der 100 Frauen bietet eine professionelle Broschüre von 52 Seiten und die Webseite www.100-frauen-machen-theater.de.
Unterstützt wird das außergewöhnliche Projekt durch die Stabsstelle des Kreises Heinsberg für Frauenförderung und Gleichstellung über ihre Leiterin Susanne Knorr.
Kompromissloses Engagement
Und mit Ehrgeiz hatten die Unternehmerinnen etwas unternommen, wie in jeder Szene, in jedem Detail, bei jeder Darstellerin deutlich wurde. Rolf Zuckowski hatte mit professionellem Überblick jede einzelne der Darstellerinnen bei ihrem Bühnengeschäft beobachtet – und kompromissloses Engagement festgestellt, wie die anderen rund 450 Zuschauerinnen und Zuschauer fast aller Altersstufen am Samstagabend auch.
Um das Stück auf einer zuschauerfreundlichen Länge zu halten, ist die dramaturgische Figur des Erzählers von den Autoren Wolfram Eicke, Hans Niehaus und Rolf Zuckowski eingeführt – und die füllte mit einfühlsamer Stimme Waltraut Lixfeld schon zu Beginn aus. Kontrastreich der Auftritt der Tage, die hellen Lichtwesen, die hinter den Sternen leben und von denen täglich einer zur Erde reist, um das ganz normale Leben zu erleben. Der kleine Tag ist der Underdog, der noch nie unten war, und der, als er am 23. April endlich runter darf, Alltagsszenen erfährt, die alle irgendwie friedlich enden. Und von den anderen Tagen des Lichts nach der abendlichen Rückkehr wegen Sensationslosigkeit verlacht wird.
Ein Jahr später wird der kleine Tag rehabilitiert, denn von die Menschen erklären den 23. April zum Feiertag der Friedfertigkeit, ohne Krieg und Gewalt.
Viel Mühe hatte das Ensemble auf Kostüme und Lokalkolorit verwandt. Die Szene an einer Bushaltestelle geriet gar zu einem Politikum, indem der Bus statt Werbung die Aufschrift „Discobus“ trug – Hinweis darauf, dass der vom Kreis betriebene Discobus vor einigen Jahren eingestellt worden war. Die Premierenspannung löste sich beim Schlussvorhang, mit Rolf Zuckowski genoss man Speisen und Getränke. Für den Liedermacher allerdings mit Verzögerung, denn der erfüllte geduldig und sehr aufmerksam zahllose Autogrammwünsche.
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